Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien, o.D. (zwischen 12.04.1701-26.04.1701)
Generallandesarchiv Karlsruhe Karlsruhe, 77 Nr. 8806, Korrespondenz der Kurfürsten Philipp Wilhelm und Johann Wilhelm mit Kaiser Leopold I., der Kaiserin Eleonora Magdalena, dem römischen König Joseph I., der römischen Königin Wilhelmina Amalia, ... / 1679-1715
1Durchleüchtiger Curfürst, mein herzallerlibster herr bruder 2Hab dero liebste schreiben vom 9ten dis mit gehst consolation 3empfangen, weil dero guete gesuntheit darauß 4vernommen, auch den einschluß an ihr Mayestät mit 5dem wolmeinenden vohrschlag. Ihr Mayestät werden nit 6vnterlaßen, große reflexion dorauf zu machen. Auf die 7andre sachen hab dero Liebden schon meistes geantwort. Wegen der 8nunen, so breng ich sie nit wekh, weil sie nit 9sicher ist, das die nunnen zu Achen sie angenommen 10haben, vnd der Bischoff gibt mihr auch sonst 11die erlaubnus nit. Dero Liebden sehen aus disen beden 121schreiben den vnterschidt seiner sentimenten, wie er 13selbigs mahl vndt izt ist. Ich hab ihn aber
14zwar gar freündtlich, aber doch kreftig zu geschriben, 15vnd wan ich nuhr sicher bin des orts, so zweifle nit, 16er wirt mihr die erlaubnus nit abschlagen. Wegen 17des antimoni vnd golt, werdens ihr Mayestät schiken, sie sagen 18aber, man bekombts nit, bis beßer wetter wirt. 19Mus enden, seint heüdt aus gewest vnd schpaht 20heim komen, befehl mich vnd sterbe 21dero Liebden 22getrewste schwester 23Bitt mein fraw schwägerin 1000 mahl 24vmb vergebung, das heitig ausgehn ist schuldich.


