Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, o.O., o.D. (August 1712)

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 44/11

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Curfürst, mein herzallerlibster herr bruder 2Das dero Liebden mein wollmeinenden wuntsch so woll ange- 3nommen, mihr auch zue meinen namendag 4so liebreich haben glükh wüntschen wollen, dauohr kan 5mich nitt genueg bedanken. Hoffe aber, dero Liebden 6kennen mein zue dero iedezeit bestendigst gedragen 7lieb, die ich ewich in mein herzen conseruiren werde 8vndt nuhr wüntsche gelegenheit zu haben, es dero Liebden 9erzeigen zu können. Freüdt mich aber vber alles 10dero gutter wollstandt, dahbey der almächtig dero Liebden bestendig11erhalten wolle zu vnser allen trost. Der 12Keiser ist auf Sankt Magdalena dag hir gewesen vndt hat hoff- 13nung geben balt herauf zu kommen, auch mihr 14eröffnet, das er gedenke, mein eltere dochter 15in Schpanien zu schiken, damitt der Kaiserin dester


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16ehnder heraus kommen könne. Es ist woll hart vohr 17sie vndt vohr mich, sie auch in regirung noch vnerfahren, 18gott aber wirt bey stehn, dan vmb die Kaiserin heraus 19zu haben vndt als dan hoffentlich balt die verlangte 20sucession zu erhalten, ist alles zu sacrifficiren, gott gebs, das 21sie ihm sein monarchia, was er dauon hatt, erhalten 22vnd das übrige aquiriren möge. Noch hatts schlechtes 23ansehen dazu, gott aber kann alles vndt ist vber 24alle anschleg der menschen, auf den müsen alles 25vertrowen sezen, der kann vndt wirt alls zum besten 26schiken. Den brif in Portugal werd fleisig vberschiken, 27sie wirt ein grose freüdt damitt haben. Gott 28lob, die lezten brif, die nur ein monat alt waren, zeigen, das 29sie woll auf vndt glükhlich ihr hoffnung 30continuirt. Sie schreibt alls der vohrbitt des heiligen 31Xaueri zu, gott steh ihr verners bey. Ich due dero Liebden 32gahr zue lang aufhalten, due mich in dero affection 33befehlen, lebe vnd sterbe 34dero Liebden 35getrewste schwester 36Eleonora