Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 17.12.1712
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 44/11
1Durchleüchtiger Curfürst, mein herzallerlibster bruder 2Mitt grösten meinen trost ersehe ich aus dero 3libsten fraw gemahl Liebden schreiben, wie auch von Doktor Brunner, 4das sich dero Liebden immer beßer befinden, welches 5vohr mich der gröste trost ist. Bitte gott, das er 6dero Liebden in bälde völlig restituren wolle zu vnser 7allen trost. Bitte also nochmahlen, sich woll in 8acht zue nemmen vndt in gutter diet vndt 9regel zue verharren, insonderheit dem medico 10gehorsamb zue sein in allem, was er dero Liebden 11vohrschreiben vndt einrahten wirt, dan wan man krankh 12oder convalescent ist, so ist man disen gehorsam
13schuldig. Dero Liebden vergeben mihr, das so frey schreib, die lieb 14gegen dieselbe vndt das verlangen dero volligen gesuntheit 15vndt langen leben dreibt mich dazu an. Hab dem Doktor 16auch selbsten darüber zuegeschriben, der almechtige 17woll es effectiuiren durch seinen gnad, ich aber werde 18leben vndt sterben 19dero Liebden 20getrewsteschwester 21Eleonora 22Wien den 17ten decembris 171223Ich verwunder mich, das vnser bruder Carl noch nit 24ankommen ist.


