Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 03.09.1715
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 44/11
1Durchleüchtigster Curfürst, mein herzliebster herr bruder 2Vmb keine gelegenheit auszulaßen, so komme auch 3mit dißer des Schellhart, mich nach dero vnschezbaren 4wohlstandt zu erkundigen, bey welchen der almechtige 5dero Liebden bestendigst erhalten wolle, anbey auch, mein 6verschprechen nach zue kommen, die guette zeitung 7zue participiren, dah hoffentlich nuhnmehr kein 8zweifel mehr an sein wirt, der gutten hoffnung 9der Kaißerin . Der almechtige wolle weitters sein gnad 10geben, wie ich nit zweifel, weil dise große gnad 11durch die zeller walfart aus fohrbitt der allergnädigsten 12mutter gottes erhalten worden, auf welche es gleich 13erfolgt, selbe es auch bis zue rechter zeit 14erhalten vndt vns alle mitt der so sehr verlangten
15sucession zu seiner ehr vnd der christenheit besten erfrewen 16werde. Im übrigen hab ich schreiben von Sulsbach bekomen 17wegen Stablo, so dunkt mich aber nit rahtsam, disen 18herrn zum geistligen standt zu aplicirn, vnd das benefi- 19cium genißen zu wollen mit der intention, weltlich 20zu bleiben, kombt mihr nit erlaubt vohr. Erwarte 21dero Liebden meinung, ich aber werd leben vnd sterben 22dero Liebden 23getrewste schwester 24Eleonora 25Wien den 3ten septembris 1715



