Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 14.12.1715

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 44/11

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtigster Curfürst, mein herzliebster herr bruder 2Dero Liebden werden ohnezweifel schon die nachricht haben hießigen 3bedrübten zuefall des Cuhrfürsten zue Trier sehligen, 4andenks. Dißer krankheit ist dise beden heüsern 5sehr gefährlich, wie mihrs leider erfahren haben, 6zweifl nit, dero Liebden werden es auch empfinden ob dem schaden, 7so den publico, allen 3 vnsern heüßern vnd vordrist der 8religion dorauß entsteht. Weil es aber der alwißen- 9de vnd güttigste gott also verhengt, so kan es nit 10anderst als das beste sein, dan er nit fählen kan, 11vndt wirt alles schiken, wie es zu seiner hochsten ehr gereichen 12wirt. Weilen auch izt entlich der tractat der bariera 13geschloßen, woh bey auch dero Liebden mit Limburg sollen 14consolirt werden, es doch anscheinet, als wolten die 15engel vnd hollender in dißen einige difficulteten


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16erweken, welche zwar, wie dero Liebden von Siking die nachricht 17haben werden, der Kaißer den Konisekh befehlen duet, krefftigst 18vnd bestendig zu widerlegen, ich auch dorüber mit den Prinz 19Eugen vnd andren ministern gerett, welche mihr dißes versichert, 20das der Kaißer in seiner intention bestendig bleibt, doch 21wüntschete, das es mit gutter manier gescheete, also 22alle vohr gutt gefunden, das dero Liebden etwan vnmasgebich 23den von Huntheim, welcher schon zum offtern mit disen 24potenzen tractirt, auch dohin abschiken möchten. Der Konisekh 25wirt befehl haben, mit dero Liebden ministern in aller engen corris- 26pondenz zu gehn, damit die sag mit gutter manir 27vnd allerseits vergnügen zue einen glükhligen endt 28gelangen möge, wie ich gahr nit zweifle vnd mein 29großes vergnügen sein wirt, dero Liebden in allen content zu 30wißen, die ich leben vnd sterben werde 31dero Liebden 32getrewste schwester 33Eleonora 34Wien den 14ten decembris 1715