Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 25.01.1695
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 44/3f
125. Januarij 95 2Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr bruder 3Weilen ihr Mayestät etwas wichtigs fohrgefallen, über welches sie 4woll sehr verlangeten mitt dero Liebden zue conferiren, also haben 5sie mihr befohlen dero Liebden zue ersuechen, ob sie nit sich bemüen wolten, 6einen postritt anhero zue duen. Es müeste aber allsobalt 7sein vndt mit so kleiner suite als immer möglich. 8Ich förcht, ich werd mit dißer post nit woll ankommen 9bey meiner fraw schwegerin, aber ich weis, das solche lieb, so 10sie vohr dero Liebden billich draget, in dißen überwinden wirtt, weils ihr 11Mayestät gewißlich nit begeren wurden, wan es nit die höchste 12notwendichkeit erforderete, vndt in deßen werde auch mit 13ihr Mayestät verners überlegen, ob, wan vndt wie so woll mein fraw 14schwegerin als geliebste fraw mutter Durchlaucht volgen mögen vndt ich villeicht auch 15dardurch die gelegenheit möchte bekommen, mitt ihr Liebden bekandt 16zue werden, welches mich über alles erfrewen wurde. Due mich 17anbey dero Liebden befehlen vndt werde sterben 18dero Liebden 19getreweste schwester 20Eleonora 21Wien den 25ten jener 1695



