Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg an Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg, Düsseldorf am 01.03.1698

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 44/7

AbschriftSchreiber

Douven hat JW geschrieben, dass der Tellier in Modena angekommen ist. – Bei der Bischofswahl in Osnabrück ist es vor allem nötig, jemanden hinzuschicken, der den Domherren angenehm und mit Bargeld und Wechselbriefen gut ausgestattet ist; nicht um Simonie zu begehen, aber die Domherren verlangen eine Anerkennung ihrer Mühe. Weiters muss er zu allerhand Gnadenversprechungen befugt sein und Tag und Nacht mit ihnen saufen können, Wein, Bier, Branntwein und Tabak. Wird den Domherren von Gymnich zur Vlatten hinschicken, der ein vorbildlicher Geistlicher ist und sich sowohl mit den dortigen „tollen Köpfen“ als auch mit den Bräuchen des päpstlichen Hofs gut auskennt. JW wird sich nach Kräften für den Herzog Karl von Lothringen einsetzen, hält aber den Bischof von Münster, der ein Parteigänger („pensionierte Kreatur“) Frankreichs ist, für den aussichtsreichsten Kandidaten. – Wegen (des Fürstentums Pfalz-)Veldenz muss ein Missverständnis vorliegen. Ist sehr betrübt über EMTs harte Worte, denn er würde es niemals an Respekt gegenüber dem Kaiser fehlen lassen. Den Vorschlag einer Sequestrierung hat er nur für den Fall gemacht, dass keine friedliche Übernahme möglich wäre. Seine Inbesitznahme (der Ämter Lauterecken und Veldenz) war berechtigt, weil Pfalz-Birkenfeld bereits im Anmarsch war, um sie unrechtmäßig und gewaltsam zu besetzen. JW, der dem Kaiserhaus so viele Opfer gebracht hat, wird ständig benachteiligt, und was man von Pfalz-Sulzbach, Pfalz-Birkenfeld oder Schweden (wegen Erbansprüchen der Linie Pfalz-Birkenfeld) akzeptiert hätte, wird ihm vorgeworfen. Weiß sich im Recht und wünscht daher nichts mehr als einen kaiserlichen Schiedsspruch. Außerdem ähnelt der veldenzische Erbfolgestreit dem mit der Madame von Orleans, und der Kaiser wird sicher keinen nachteiligen Präzedenzfall für die französischen Ansprüche auf die Pfalz schaffen wollen. – Dankt für die Erlaubnis für seinen Hofkanzler, nach Frankreich zu reisen. Warum JW gegen seinen Willen in Den Haag einen Sonderfrieden mit Frankreich schließen musste, wird Graf Kaunitz berichten. Falls dessen Erklärung JW in EMTs Augen rechtfertigt, möge sie in Zukunft weniger unvorteilhaft von ihm denken. – Legt die Sache der oberrheinischen, westerwäldischen und wetterauischen Stände nochmals zu ihren mütterlichen Füßen.

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1copia 1 martii 98 2Allerdurchleuchtigste etc. 3Zue allervnterthänigster beantwortung ewer 4kayserlichen Mayestät allergnädigsten handtbriefflein vom 21ten 5februarii jüngst so mein lezterer, an dieselbe abge- 6schickter courier, mir vorgestern abendtß zue 7recht erst überliefert, thue ich in allertieffistem 8respect deroselben gehorsamst vnuerhalten, das so viel 9den Telliers ahnlanget ich schon vom Douven brif 10aus Modena mit letzterer post erhalten, in wel 11chem derselbe meldet, das der Telliers noch 12denselben abendt aldorten glücklich ahn 13kommen, waß der weitere erfolg mit bringen 14wirt, ermangele ich nicht, ewer kayserlichen Mayestät ohne die 15geringste zeithverlust vnterthänigst zue berichten. 16Waß das oßnabruckisches ahnjeziges wahl- 17wesen ahnlanget, werden ewer kayserliche Mayestät auß 18meinem jüngsteren vnterthänigsten schreiben, meine 19vnterthänigste bereitfertigkeit, deroselben hierinn- 20falß, wie in allen anderen, nach meinem wenigen 21vermögen, vnterthänigst trewist zue dienen hoffent- 22lich gnädigst zue dero absonderlichem gradimento 23ersehen haben, wie auch, daß der Fürst sich 24näheter gelencket. Allein daß er so wohl als ich 25vor den glückligen- und vnglückhligen außschlag


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26respondieren solten, das werden hoffentlich ewer kayserliche 27Mayestät nicht verlangen, vor die trew, fleiß, und 28eiffer aber, dahe cauiere ich vor, wann auch schon 29der Nesselrath 1000.000.000 mahl das contrarium 30sagete, beziehe mich derenthalben mit ewer kayserlichen 31Mayestät allergnädigsten erlaubnus kürze halber auff 32mein obangezogenes schreiben. Vnderdessen da- 33mit ewer kayserliche Mayestät allergnädigst sehen mögen, was 34ich in sachen gethan, so kan ich derselben nicht verhalten, 35daß ich meinem Cammerherrn dem von Wachtendonckh 36(welcher zue seinem jüngsterem, zue Oßnabruckh 37auff den todt kranck liegenden bruedern eylendts 38berueffen worden) solche handtgreiffliche, vnd vn- 39widerbringliche legliche trifftige raggioni, denen 40daheselbstigen thumbherren, in fauorem des 41herrn Herzogen Carls von Lothringen vorzuestellen 42auffgeben, das ich nicht zweiffle, wann sie sel- 43bige recht bey sich überlegen werden, vnd ohne 44passion, oder praeoccupation auff den grundt 45betrachten, sie werden sich leicht, nach dem zihl 46lencken, allein die vorläuffige negotiation des 47bey ihnen so verhassten Nesselrathß, so dann ihr 48interessierter, stinckgeiziger, vnd vnersättliger 49westphälischer humor, macht mich alles förchten.


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50Und habe nur dises auß auffrichtigster vnder- 51thänigster trewister meinung, hiebey an füegen wollen, 52daß erstlich und vor allem nöthig ist, ein ihnen ahnge- 53nehmes subjectum hinzueschicken, zweytens den- 54selben mit bahrem gelt vnd gueten wechselbrieffen 55zue bespickhen, nicht vmb einige simoniam nec a- 56pertum nec palliatam zue begehen, sondern nur der herren 57herren eligentium mühe, wohlmeinung, vnd arbeith danckh- 58barlich zue erkennen dann dise herren lassen sich mit 59lehren wohrten vnd papieren nicht abspeisen, dann 60dises falls haben sie einige gemeinschafft 61der humoren mit den polacken, plus offerenti. 62Drittens mueß er auch mit allerhandt realler 63gnaden versprechungen wohl versehen sein, vnd 64viertens, quod est proprium quarto modo, mueß 65er können tags, und nachts, mit ihnen herumb 66sauffen, in wein, bier, brandtwein, und tabackh, sonsten 67wirt er sicherlich nichts außrichten, dann das 68wollen die liebe wahr haben. Ich werde den 69Thumbherrn von Gimmenich zue Vlatten, welcher 70ein rechtschaffener exemplarischer gueter 71geistlicher, vnd mit disen tollen köpffen perfect 72wohl vmbzuegehen weiß, nicht weniger auch 73von brauch deß römischen päbstlichen hoffß, auff ein


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74endt wohl informieret ist hinschicken, und 75zwar immer ganz wenig tägen, auch deß Fürsten 76bruederen nachtrückhlich zueschreiben, wie nicht 77weniger dessen beyden söhnen auch allen andern 78thumbherren, so dann absonderlich dem chur- 79cöllnischen Obrist Hoff Marschalckhen Freiherrn Wolf von 80Metternich zuer Gracht, auff das derselbe seinen 81bruedern den Thumbprobsten, welcher selbsten ein 82praesident mit ist, und wie man sagt, einen 83zimblichen obstinaten kopff hat, dazue möglichst 84disponiere. Bis dato, wie daß gemeine wesen 85gespräch gehet, hatt der herr Bischoff zue Münster noch 86die mehriste apparenz zue spuntieren, vnd ist nichts 87sicherers, alß daß wann ers vor sich wirt haben 88können, so wirt er wegen deß herrn Herzogen Carls, 89keines wegß dauon abstehen, dann kein fälscherer 90vnd doppelterer mann in der welt nicht ist, 91als eben er, vnd gott gnade vnß dan aus, mit 92denen franzosen, von welchen er eine pensionierte 93creatur ist. Ich cediere wegen meiner beyder 94brüeder, ewer kayserliche kayserliche Mayestät Mayestät beyderseits, 95zue absonderligem vnterthänigstem respect, vnd liebe, 96Herzogen Carl Liebden zue lieb, hierinnfals gar gerne, 97vnd mueß ich gestehen, daß es vor alle beyde,


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98absonderlich aber, dem herrn Bischoffen zue Augspurg 99wegen seines liederligen Schallenbergs, nicht dien- 100lich, vnd können ewer kayserliche Mayestät kein grösseres 101vnd gott gefälligeres werckh thuen in diser 102welt, als disem bösen menschen von demselben 103weg zue bringen, vnd über alle respectus hinaus 104zue gehen, dann gott ist dessen wohl wehrt. So 105viel das veldenzisches wesen anlanget, miessen 106ewer kayserliche Mayestät wegen deß vermeintlich von mir 107begehrten sequestri mein vnterthänigstes schreiben 108nicht recht verstanden, vnd ewer kayserliche Mayestät auch den 109herrn Reichsvicecantzleren Graffen von Kauniz nicht 110recht eingenohmen haben, dann primo, wirt keiner 111in der welt eine von mir eigenhändig vnderschribene 112formale néquisition wegen deß sequesters selbiger 113landen, nota bene ahn ihro kayserliche Mayestät oder nota bene den reichshoff- 114rath in ewigkeit nicht vorbringen, oder weisen 115können. Zweytens habe ich den vorschlag mit 116dem sequestro nur conditionalè, und discursiue 117an herrn Graffen Kauniz gethan, nehmblich, im fall 118ich nicht solte können mit ergreiffung der ruhigen 119possession derselben spuntieren, wie dann glücklich, 120und cum uniuersali applausu aller vnderthanen 121daheselbsten geschehen, so lasse ich auch viertens 122allergnädigst ermessen, ob, dahe ich euidenter gesehen


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123das Pfalz Birckenfeldt armatam manu hatt 124possessionem ergreiffen wollen gegen alles recht, 125vnd billigkeith, vnd würckhlich im an march 126gewesen ist, ich von einigem vnpassioniertem 127oder vnpraeoccupiertem gemüht, habe oder noch 128könne verdacht werden, auff solche arth und weis, 129wie ich es gethan, vnd einem jedem priuat vnder- 130thanen, deren ich hoffentlich noch keiner bin, auch 131nicht zue werden verhoffe, zue lässig ist, die 132possession zue ergreiffen. Ich habe mich noch 133mein lebtag nicht lassen im geringsten in denen 134sinn kommen, gnädigste fraw, meinem Kaysern 135und herren im geringsten den respect zue ver- 136liehren, wie anderen ist conniuendo nicht miht 137geringem scandal zue gelassen worden, vnd sie 138dadurch fast alles erlanget, am kayserlichen hoff, was 139sie nur gewolt, die exempel seind gemeinig- 140lich odiosa, vnd wer weis, wann ichs vielleicht 141gethan hette, ob ich nicht ein mehrern aduantaggio 142dauon gezogen haben würde, vnd vielleicht 143bey ihro kayserlichen Mayestät in einem mehrerem an- 144sehen vnd aestim, als anjezo, allein dahe behüte 145mich der allmächtige gott vor, vnd hoffe ich 146seine göttlige allmacht werde mich nimmer- 147mehr so vergessen machen, das ich mich hierinnfals


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148auch in dem allergeringsten vergreiffe, dann 149ich lieber mit haltung deß gebührenden respects, 150gegen mein höchstes oberhaubt veracht, jahe 151gar todt sein wolte, als mit dessen infringirung 152bey deroselben in höchstem ansehen vnd aestimation 153leben. Ich kan ewer kayserlichen Mayestät nicht gnugsam 154exprimieren, wie mich dise deroselben gegen 155mich gebrauchte von mir gar nicht verdiente 156vngnädige und harte expressiones in dem 157innersten meines herzens mortificieret, vnd 158betrüebet, dann dise ist eine von den delicatesten 159coeden die man mir rühren kan. Ich kan mich 160ja nicht anderst einbilden, als das von anderen 161mir wiederwehrtigen gemühtern vnder denen 162der Pfalzgraff Philippß der allerschwächste 163und geringste ist, wann er doch seine alte 164vermeinte gute freunde nicht appoggiert 165wurde herkommen, vnd mus ichs vmb de- 166mehr glauben alß dahe mir die cron Franckh- 167reich wegen eben diser possession nehmmung 168ihre darab geschöpfte gelosia ziemblich clar 169durch den Pompone vnd den Torsi bey dem 170florentinischen Envoyé zue verstehen geben 171lassen, vnd von mir zue wissen verlanget


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172was es damit vor eine beschaffenheit habe, 173ich ihnen selbige auch geben lassen; selbige cron 174nicht allein dabey gänzlich acquiescieret, sondern 175daß sie mirs vor anderen schon gerne günnete, 176ohnerachtet alles strepitierens deß schwedischen 177Gesandten vermelden lassen. Wie viel mehr hette 178ich billig zue hoffen sollen ein solche vnd noch 179grössere interims genehmhaltung von beyder- 180seits ewer kayserlichen Mayestäten, absonderlich dahe ich 181wegen derselben vnd deß glorwürdigsten erz- 182hauses dienst, also wie geschehen ruiniert worden, 183vnd alles mit frewden sacrificieret habe, 184was in meinem ganzen vermögen gewesen, 185jahe es belieben ewer kayserliche Mayestät alle meine so wohl 186nach Regenspurg als auch an dero bottschafft im 187Haag, jahe bey allgemeiner Reichs gehaltenen con- 188ferenzien vnd zuesamenschickungen auch bey dero- 189selben vnd dero ministris geführten correspondenzien 190nachsehen zue lassen, so werden sie in der that 191finden (dessen sich keiner als ich allein rühmen 192kan, vnd zwarn mit höchster wahrheith) das 193keiner mit mehrerm eyffer vnd nachtruckh 194vnder allen chur-fürsten vnd ständen deß Heyligen 195Römischen Reichs, ihro kayserlichen Mayestät meines allergnädigsten


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196liebsten Kaysern vnd herrens dienst, interesse 197vnd allerhöchste authoritet verfochten vnd vor 198deren beständigen beybehaltung vnd conseruation 199sorgfältig gewesen, als ich. Es ist dises zwaren 200meine höchste schuldigkeith, vnd führet es 201auch mein churfürstliches ambt in sich haubt- 202sächlich mit, allein hatt sich gleichwohlen keiner 203darumb angenohmen als ich. Vnd das ist der 204danckh, und muß dahero schliessen, das 205wann ein anderer vor meiner die possession 206genohmen vnd dem Kayser seinen allerhöchsten 207respect höchlichst laediret, vnd wann es auch 208Sulzbach, Birckhenfeldt, oder Schweden gewesen 209wehre, so hette man dabey acquiesciert, allein 210mich condemniert man schon, ehe, und beuor 211ich in sachen gehörth oder in meiner vorant- 212worthung vernohmen werde. 213Waß das ambt Bockhelnheimb anlanget, 214dahe habe ich ahn der daheselbstigen desordre, 215nicht den geringsten theil, massen die hinein- 216verlegung so wohl meiner troupen, als auch 217die daheselbstigen verüebte excessus, ganz ohne 218mein geringstes vorwissen, jahe directe gegen


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219meine ordre vnd positiuen befehl geschehen, 220vnd habe ichs nicht allein, so bald als es zue meiner 221wissenschafft kommen, alsogleich desimprobiret, und 222redressieret, sondern auch die daran schuldige offi- 223cier der gebühr nach dauor scharff angesehen, daß ich 224mich also in allem meinem vnglückh nur damit 225trösten kan, daß ich an allem deme waß man 226mir auch immer so vngüetig vnd vngnädigst im- 227putieren will, vor gott, und der erbahren welt 228vnschuldig bin. Ich verlange del resto nichts 229mehr, als den gerechten allergnädigsten ausspruch 230in der veldenzischen successions sachen, dann 231ich mein recht so klahr vor mich weis, daß 232der außspruch vnfehlbar in meinen fauor 233außfallen muß. Zue deme, so habe ich vmb 234so weniger mit nehmung der possession von 235Veldenz nach sehen können, als es hiemit eben die 236beschaffenehit hatt, als mit der strittigkeit mit 237der Madame d'Orleans vnd eben dasselbiges 238sisthema alhier versieret, wie mit der orle- 239anischen praetension, dahero ich viel mehr hoffe, 240es werden ihro kayserliche Mayestät hierinnfalß dero 241gerechtiste mesure dergestalten nehmen, damit


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242sie der cron Franckreich keine anlaeß 243geben, die orleanische vermeinte nichtige 244praetension in eodem capite zu mein, und 245meines gesambten chur haußes vnwider- 246bringlichem praejudiz, vnd nachtheil zue 247behaubten, sondern lebe der gänzlichen getröstisten 248hoffnung es werden mich ihro kayserliche Mayestät viel- 249mehr kräfftigst gegen die cron Franckhreich 250protegieren. So viel meines Hoffcanzlers 251rayß in Franckreich ahnlanget, erstatte 252ich vor die gnädigste erlaubnuß vnterthänigsten danckh 253damit aber ewer kayserliche Mayestät die vrsache wissen 254mögen, warumb ich bey dem friedenß con- 255uent im Haage entlich wider meinen willen 256bin gezwungen worden, ad partem mit Franckh- 257reich zue schliessen, so bitte vnterthänigst den Graffen 258Cauniz darüber mündtlich allergnädigst zue 259vernehmen, als deme ich bey seiner hiesigen 260durchrayse alles mündtlich offenbahret, vnd 261ihme nichts verschwiegen. Wann ewer kayserliche Mayestät 262dem negst dero allerhöchsten begabnus nach 263judicieren werden, das ich den allergeringsten 264passum gethan, durch welchen ich die mir anseithen 265ihro Mayestät meines allergnädigsten Kaysers und herrens


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266bis dato erzeigte allergnädigste confidenz miß- 267brauchet, oder mich derselben durch mein übles 268comportement billigst verlustig gemacht, so 269will ich mich williglich aller der straff gerne 270vnderwerffen, welche dieselbe alßdann allergnädigst 271erkennen werden, das ich verdienet habe. 272Solte das aber, wie ich wissentlich weis, 273nicht sein, solchenfalß bitte ich auch aller- 274vnderthänigst einständigst alle die von 275meiner persona formirte oder auch von 276anderen vndanckbarer weise vorgebildete 277widrige vnd desauuantaggiose ideen 278völlig fahren zue lassen, vnd solche gott und 279ehrenuergessene verleumbdere so mich 280nur bey ewer kayserlichen Mayestät eusserist, und 281gifftigist zue denigrieren suechen der gebuhr 282darnach anzuesehen, vnd von sich zuestossen, 283dan meine gröste qualitet und tugendt 284in deme einzig und allein bestehet, das 285ich in vnueränderlichen deuotion beständig 286lebe und sterbe Düsseldorff den 1 martii 1698. 287Ahn 288ihre Mayestät die Kayserin 289von 290ihr churfürstlichen Durchlaucht aygenhändig also abgangen.


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291Post scriptum 292Der armer oberrheinischen westerwäldischen 293vnd wetterawischen ständen billigmessige, vnd 294in den hohen himmel schreyende indemni- 295sation, von Hessen Cassel lege ich nochmahlen 296mit allem tieffistem respect nomine 297eorum zue dero müetterligen füessen.