Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 14.12.1698

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 44/7

Ausfertigungeigenhändig

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110 decembris 1698 2Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerlibster herr bruder 3Ich verhoffe, sie werden dero reis glükhlich vort 4sezen, welches mich über als erfreien wirt 5zu vernemmen. Wüntsch dero Liebden zu diesen heiligen 6veirdagen vndt newen jahr als, was sie selber verlangen 7können vndt bitt, mich in dero affection zu 8erhalt. Ich hab neülich vergeßen, dero Liebden die nunnen 9von Münstereifel zu reccomendiren, die 10carmelitterin, woh mein camerdienerin, die Margo, 11drinen ist. Sie seint gahr arm, alle gnaden, so 12dero Liebden ihnen werden duen, ist ein groß almußen. Sie bitten 13vmb was an dreit. Auch sacht man, als


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14als wan dero Liebden den Marschalkh Neßelraht auch 15wollen licentiren, so hatt mich sein bruder gebetten, 16ihn dero Liebden zu recommendirn, er hofft nit, das er dise 17vngnad verdient, wardurch die ganze familia 18preiudicirt wurde. Daß aber hab eracht, das 19ich schuldich sey, dero Liebden zue berichten, das es hir 20vill dicentes geben wirt, weil man weis, das der 21dumher auch gutte dienst gedahn, vndt wurde 22es auch der Kinsky vndt Fürst von Schwarzenberg, 23förchte ich, empfinden, weil sie mit ihm aliirt 24vndt befreündt seindt, welches auch vohr dero Liebden 25nit conveniens ist. Bitt, dero Liebden wollen mihr dise 26freiheit nit übl nemmen, die ich sterben werd 27dero Liebden 28getrewste schwester 29Eleonora 30Wien den 14ten decembris 1698