Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg an Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg, Düsseldorf am 01.03.1702
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 44/8
Entschuldigt sich, EMTs letzte Schreiben so lange nicht beantwortet zu haben; seine Pflichten im Dienst des Kaisers, die Unruhe wegen der bösen französischen Nachbarschaft und seine angeschlagene Gesundheit haben ihn gehindert. – Bezieht sich wegen des Feldzugs des römischen Königs (Joseph I.) auf seinen Hofkanzler Wiser, der ja nun schon in Wien ist. – Bittet neuerlich um Unterstützung eines Vergleichs zwischen dem Prinzen Gian Gastone (von Medici) und dessen Gemahlin . – Empfiehlt den Grafen Kinsky als neuen böhmischen Oberstkanzler. – Schämt sich für die Undankbarkeit des (Hoch- und) Deutschmeisters (Bruder Franz Ludwig). – Die meisten Truppen Kurkölns würden wohl zum Kaiser übergehen, wenn man sie in einem öffentlichen Patent dazu auffordern würde. – Arbeitet in Münster mit allen Kräften für den Bischof von Osnabrück, sieht aber keine Aussicht auf Erfolg, denn die Westfalen sind „betrügerischer“ als die Welschen, Franzosen und Spanier zusammen. Der (Hoch- und) Deutschmeister verdient jedenfalls keine Unterstützung. – Alle Bemühung für das Fräulein von Starhemberg war leider umsonst. – Es wäre besser, wenn JWs Schwester in Polen (Hedwig Elisabeth) weder nach Neuburg noch nach Wien reist. – Der Plan einer Klostergründung in Höchstädt hat gottlob nun ein Ende und die Mutter (Elisabeth Amalie) ist zufrieden. – Dankt für EMTs Zusage wegen der Tochter des Ansalone .







