Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 01.07.1707

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 44/9

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Curfürst, mein herzallerlibster herr bruder 2Dises schreiben dient nuhr mich zu entschuldigen, das 3nit mit dem courir geschrieben, ist selben dag mein 4sohn zu mihr kommen vndt hat mich so lang aufgehalten, 5das vnmöglich mehr hab schreiben könen. Wegen des 6Großherzoch due ich, was ich kan, dero Liebden werden aber vom 7Wißer vernemmen, was vohr große diffculteten sich 8ereignen, doch werd noch verners alls möglige an- 9wenden. Wegen Napoli ist izt alles still vnd habens 10die sachen so eingericht, das sie ihnen woll ein 11hoffnung gemacht, aber ohne meiner geringsten 12impegno. Solte aber weiters was an mich komen, 131habe ich vermeint, wolte ihnen dise beygelegte 14conditiones machen, wormit die sach vohr sich selbsten 15fallen wirt. Bitte dero Liebden, dero sertavit darüber


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16zu eröffnen. Ich mus auch heüt etwas kurz abrechen 17weilen es schpaht ist vnd mit den Lecherein in Schpanien 18schreiben mus. Due mich dero Liebden befehlen, werde sterben 19dero Liebden 20getrewste schwester 21Eleonora 22Wien den 1ten julj 170723Aus Italien seint gutte nachricht, der Prinz hatt schon ein 24ort genommen vndt ein andres habens der feindt verlaßen vnd 25rasirt, gegen Napoli gehts auch woll. Reccomendir dero Liebden 26muglist die beschleinigung der recrouten.


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27Conditions 281 das mein sohn, der Konig, es wiße vnd absonderlich 29hoch verlange, 302 das das Königreich vnd meristen vohrnemste es ver- 31langen vndt absonderlich begern, 323 das durch dises gewiße sicherheit, so man zeigen 33mus, das Königreich zu erobren vnd manteniren, 344 das ohne diß gleiche sicherheit, das es nit 35werde erobret werden, 365 das es geschee mit der alijrten vohrwisen 37vnd aprobation, 386 das die alleirten guarantiren, das in allen fallen, 39der krig schlag woll oder übl aus, das Konigreich 40beim friden mein sohn verbleiben solle,


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417 das mihr allzeit frey stehe, wider heraus 42zu gehen, wan ich es allso vohr conuenient 43finden werde.


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