Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 04.09.1686
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15
1Durchleüchtiger Fürst, herzallerliebster herr vatter 2Damit ewer Durchlaucht balt die frölige zeitung 3mögen bekommen von der großen gnad, so vns 4der güttige gott gedahn, vnsOffen zue geben, also 5due ich ganz kurz auf dismahl schreiben. Dis hat er 6er woll allein gedan vnd mihr sind ihm allein 7zue danken darumb schuldich, dan nit bald wirt 8erhört worden sein, das ein ort von solcher impor- 9tanz a la barbe des ennemi mit sturmb 10sey über gangen, wie den der feint in völliger 11bataille zue geschaudt, aber so balt er gesehen, 12das die vnsrigen auf der maur, hatt er sich 13verlohren, gott sey ewich gelobt. Mein herr brueder, 14der Deütschmeister, hatt vns diese erfreülige 15zeitung gebracht, hat aber 4 nacht nit geschloffen, 16so duet ers heünt in etwas herein bringen, also 17wan der Weiks etwas schpehter keme, wollen ihms 18ewer Durchlaucht gnädigst verzeien. Dise beygelegte brif hab ich
19die einen amb sambstag, die andern heünt 20bekommen, dah doch mein herr brueder schon gestern 21vmb 8 auf den abent hier gottlob gelükhlich 22ankommen. Mit nechster post werde dero gnädiges 23schreiben vnterdehnigst beantworten. Schließe vnd sterbe 24ewer Durchlaucht 25vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 26EMT 27Wien den 4ten septembris 1686

