Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 24.07.1687
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15
1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Ich sag ewer Durchlaucht vnterdehnigsten dankh vohr bede dero gnädige 3schreiben vom 8ten vnd 15ten dis . Erfrewet mich, das ewer Durchlaucht 4sich in guettem wohlstandt befinden. Es hatt woll 5nit anderst sein können, als das ewer Durchlaucht disen 6abschit gahrsehr empfunden, ist mihr starkh zue 7herzen gangen, wie ich ihren abschit brif geleßen, wie 8wers erst gewesen, wan beysammen weren gewesen. 9Gott aber, der ewer Durchlaucht so vill gnaden verlien hatt 10vnd erhalten, wirt es noch verners duen zue 11vnser aller dero armen kinder trost vnd gne- 12diglich verleyen, das ewer Durchlaucht dise bedrüebnus 13vnd vohrgehende vngelegenheiten vnd vnruh 14nit schaden werden. Ist mihr aber ein rechter 15trost, das ewer Durchlaucht die resolution gefast, die 16großen arbeiten, so sie bis dato gedahn, ins 17könftige einzuestellen vnd mehrere rueh
18zue nemmen zue erhaltung der gesuntheit. Dises 19ist woll höchst nötig vnd bitt ich vnterdehnigst vnd fues- 20fallendt, ewer Durchlaucht wollen bey disem guetten vohrnemmen 21verharren. Das mainzische belangent, so will mit 22ihr Mayestät wie auch dem Hoffkanzler wider die 23sach mouiren. Ich vermein aber, ewer Durchlaucht werden vnter 24deßen schon einige schreiben so woll von ihr Mayestät als 25dem Hoffcanzler empfangen haben. Den Starenberg rs> 26belangendt werde ich ihr Mayestät ihn gahr gern recom- 27mendiren auf das beste, es seint aber so vill 28geheime raht, das die rahtstuben zue eng wirt werden, 29vermein ich, wan noch mehr dazue kommen. Ihr Mayestät 30haben ihnen zwahr vohrgenommen, so balt keine 31mehr zue machen, doch will ich es vohrbringen. 32Meiner fraw schwester, der Königin, wirt es ein großer 33trost sein, das mein schwester Maria Anna noch 34mit ihr biß auf Düßeldorf geht. Dorten wirt 35auch das scheiden hart sein her gangen. Der Herzoch 36von Mantua ist heündt wekh zur armada,





