Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Laxenburg am 27.05.1688

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Ich hab mit großen freüden dero gnädiges schreiben empfangen, 3weil daraus dero gutten wohlstand vernommen. 4Freüdt mich auch, das dem Deütschmeister das fieber 5ausgebliben. Er wirt sich woll müeßen in acht 6nemmen, vnsere dockter meineten, das beßer 7wehr, wan er vohr dem bad den dünesteiner 8saurbrunen brauchete vnd darnach, wans noch von 9nöten wehre, das bad. Der Herzoch von Lotring 10ist auch wider recitiu worden vnd ist zimlich 11schwach darbey, gott gebs, das balt beßer werd. 12Er hatt ein dopelte terzana, aber gahr starkh mit 13ettligen simptomatibus, die nit guett seindt, iezt ist 14woll gahr übel, wirt, förcht ich, vill in den opera- 15tionen verhindern. Wegen des Starenberg hab ich ewer 16Durchlaucht schon bey vohriger post vnterdehnigst bericht vnd beleiben 17ihr Mayestät fest bey ihrer resolution, vnangesehen


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18das die Erzherzogin vnd mein herr bruder widerumb auch 19destwegen geschriben. Ihr Mayestät aber werden ihnen auch 20selber schreiben, das sies nit können duen, vnd haben 21mihr auch befohlen, ihr zue schreiben, der Erzherzogin, 22das sies doch nit weiter begehren soll, dan ihr Mayestät konens 23nit duen. Sie haben aber durch den Strattman dem 24Veltmarschalk vnd seiner fraw zueschprechen laßen, 25welche es auch erkenten vnd hoff ich, er werd darmit 26auch zuefriden sein, dan ihm ihr Mayestät ander genaden 27bezeigen vnd auch verschprechen, die dienst, die er ewer 28Durchlaucht leisten wirt, nit allein gleich der Erzherzogin, sondern 29als ihnen selbst geleist wehren zue erkennen. Wegen 30Portugal ists woll ein bös stukh, das der Ruge- 31mont gedahn hatt, ewer Durchlaucht werden aus disen bey 32ligenden schreiben ersehen, was mihr die Königin schreibt 33wegen bruder Carl . Ich förcht aber, es wert sich nit 34practiciren laßen, dan solt er hinein gehn ohne 35des Königs genehmhaltung, wirt er vill difficul- 36teten in cerimonialen vnd andren finden. Wegen der 37competenz mit der Konigin in Engeland glaub ich in 38ewichkeit nit, das die portugeser werden zue- 39geben, das ihr Königin einer fremden weichen soll.


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40Wegen Florens wißen mihr noch niks, dan der Cauniz 41noch niks schreibt, als das er förcht, die reis 42hier her werd widerumb eingestelt, müeßen 43es halt erwarten, in wehnig dagen werden mirsch 44wißen. Mit disem due ich mich ewer Durchlaucht vnterdehnigst befehlen 45vnd werde sterben 46ewer Durchlaucht 47vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 48EMT 49Laxenburg den 27ten maij 168850Bitt vnterdehnigst, mich bey ihr Durchlaucht, meiner geliebsten fraw mutter, zu 51entschuldigen, das heündt nit mit schreiben aufwart, ist 52einmahl kein zeit, seint so schpaht heim kommen, 53mit nechstem werd als ersezen.