Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 29.08.1688

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Ewer Durchlaucht gnädiges schreiben vom 21ten dis hab mit 3vnterdehnigstem respect erhalten vnd daraus mit freüden 4dero guete gesunthei t vernommen, darbey der 5almechtige ewer Durchlaucht bestendigst erhalten wolle. 6Wegen meines bruder Carl heirats werden ewer Durchlaucht 7durch den curir alles empfangen haben. 8Ich überschikh auch vnterdehnigst, was mihr der Grav 9Carl vohr zeitungen aus Polen geben, welche 10heündt seindt eingeloffen. Es gefalt mihr das, 11was der brandenburgische inuiato soll gemelt 12haben. Wie die wall zue Lüttich abgeloffen, 13werden ewer Durchlaucht schon gnädigst vernommen haben. Mein,


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14es ist ihr Mayestät gahr leidt, das nit auf mein bruder 15gefallen. Weil es aber nuhr der Fürstenberger nit worden, 16ist es leichter zue überdragen, vnd zweifel 17ich ganz nit ander coadiutori vohr den Deütsch- 18meister, gott geb sein gnad. Zue Belgrad geht 19bis dato noch alles wohl, hoffe zue gott, balt 20ein guette zeitung schreiben zue können. 21Ich mues heündt vnterdehnigst vmb vergebung 22bitten, das ich mein brif kurz abrech, ist 23heündt der schuzengel fest, vnd bei nonen haltens 24von Heiligen Bluet, so seint alleweil in disen fonctionen 25geweßen, vnd izt kombt die Königin gleich 26von Offen, wohin sie den Herzoch begleit hatt, so 27mueß ich wider mein willen schliesen. Due mich 28in dero gnade vnterdehnigst befehlen vnd werde sterben 29ewer Durchlaucht 30Wien den 29ten august 168831vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 32EMT 33Die brief an Pater Marco vnd Cuhrfürst 34werd fleisigst bestellen, bin woll froh, das er entlich einmahl 35seine schuldichkeit hatt abgelegt.