Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 16.09.1688
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15
1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Ich hab aus dero gnädigem schreiben vom 7ten dis gehorsambst 3ersehen, wie das sich ewer Durchlaucht gottlob etwas beßer 4befinden. Der almechtige gebe weiters sein 5göttlige gnad, das ewer Durchlaucht balt völlich mögen 6restituirt werden, welches ich woll mit höchstem 7verlangen erwarte zue vernemmen, vnd so lang 8in sorgen bleibe, gott aber wirt so viller gebet 9erhören vnd vns alen dero vnterdehnigsten kindern diesen trost 10verleyen. Ich bin nuhr in sorgen, das ewer Durchlaucht auch 11das vnterschreiben möge schaden, bitt also nochmahlen 12auf den knien, ewer Durchlaucht wollen sich meinetwegen 13nit die geringste vngelegenheit machen.
14Wegen Lüttich, meines brudern Carl, wie auch Brandenburg 15in guetten intention zue erhalten, werden ihr Mayestät alles 16anwenden, wie auch izt hier ein secretari vom 17Fürst Lubomirski, welcher in nahm seines princi- 18palen alles gutts offerirt. Er ist gestern bey 19mihr geweßen, sacht, das sein herr auf alle weis sich 20meiner fraw schwegerin annemmen werde, wirt auch mihr 21an handt geben, was man darin duen könne, welchs 22ich alles ewer Durchlaucht vnterdehnigst berichten werde. Ewer Durchlaucht iezt 23nit mit langen schreiben zue beunruigen, due ich schließen, 24mich in dero gnade vnterdehnigst empfelendt 25ewer Durchlaucht 26vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 27EMT 28Wien den 16ten septembris 168829Nota Bene was oben gezaichnet,30zue extrahieren






