Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 23.09.1688

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster her vatter 2Dero gnädiges schreiben vom 14ten dis 3trost veruhrsacht, in deme ich daraus vernommen, 4das gottlob sich mit ewer Durchlaucht gesuntheit von dag zue 5dag beßert. Der wolle gnädigst verleyen, das auch die 6kreften ewer Durchlaucht balt völlich erholen mögen vnd 7noch ville ville iahr bestendig mögen genießen, warum 8ich fleisich betten laße vnd auch mein schlechtes 9gebett verichte. Wegen meines brudern Carl werden 10ihr Mayestät gern alles duen. Der Scirososki ist 11izt nit in Polen, sondern sein sohn 12oder eidem, der Scimonski, aber ich glaub woll, 13das zum reichsdag ihr Mayestät werden noch iemand 14hin schiken, ist aber noch niks resoluirt ob vnd wan,


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15so balt es resoluirt wirt sein, werd ichs 16vnterdehnigst überschreiben. Das der Deütschmeister wider ein 17ataque vom fieber gehabt, ist mihr woll herzlich 18leidt, gott geb balt ein beßerung. Der Cuhrfürst 19ist noch hier, man wirt suechen, mit ihm die sachen 20zue aiustiren, ich förcht aber sehr, er werd niks 21rechts schließen wollen, bis der Cauniz kombt. 22Der wirt auch schon auf der reis sein. 23Den Herzoch hatt zwar das fieber verlaßen 24gehabt, ist aber wider kommen, gott geb 25balt ein beßerung. Ich will ewer Durchlaucht noch 26nit lang mit meinen schreiben vngelegenheit 27machen, due mich in dero gnade befehlen. Ewer 28Durchlaucht seint mihr gahr zue gnädig, das sie sich 29wegen meiner gesuntheit sorgen, gott aber 30hatt mihr gnad geben, das mihr dise bedrüebnus 31nit geschadt hatt, wie ich sterben werde 32ewer Durchlaucht 33vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 34EMT 35Wien den 23ten septembris 168836Schikh ewer Durchlaucht vnterdehnigst die relation von dem 37sturm von Belgrad, bitt, ewer Durchlaucht wollens auch dem Deütschmeister 38comuniciren.