Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 07.10.1688

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

257 r
Faksimile

1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Ich kumb, ewer Durchlaucht vnterdehnigst zue gratuliren wegen meiner 3frawen schwester, der Königin, gelükligen niderkunft 4mit einem prinzen, der almechtige verleye, das 5ewer Durchlaucht noch ville consolation daran erleben mögen. 6Ich hab heündt dise erfreülige zeitung von der 7verwitibten Königin in Schpanien vernommen, 8welche schreibt, das ein curir dorten durch sey 9mit diser guetten zeitung. Gott gebe, das ich 10balt diße möge vernemmen ewer Durchlaucht guetter 11gesuntheit, dan ich in großen sorgen, das diese 12französische vnrechtfertige vsurpation ewer Durchlaucht 13an selbiger schaden möchte. Heündt hatt 14der hisige franzesische Enuoyé Lousignan


257 v
Faksimile

15ein schrift eingeben, das nit impertinenter sein 16könte, welche ewer Durchlaucht ohne zweifel schon von 17Regenschpurg werden gesehen haben, alwoh sie ein 18geleichmeßige eingeben haben, gott aber wirt 19der gerechtichkeit beystehn. In deßen duet man 20hier, was man kan, auch mit Beyern die sach 21fest zue machen, gott geb sein gnad zu 22allem, was zue seiner höchster ehr gereicht. 23Weil ich gestern ewer Durchlaucht mit mein vnterdehnigstem schreiben 24aufgewart, also will ich heündt nit lenger 25ewer Durchlaucht vngelegenheit machen. Due mich in 26ewer Durchlaucht gnade vnterdehnigst befehlen, als die ich sterben werde 27ewer Durchlaucht 28vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 29EMT 30Wien den 7ten octobris 1688