Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 14.10.1688

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Ich hab ewer Durchlaucht gnädiges schreiben vom 5ten dis 3vnterdehnigstem respect empfangen vnd woll mit großem leidt 4vernommen, wie übel es dorten zue geht durch 5die vngerechte inuasion des Königs in Frankreich . 6Gott aber wirt schon der gerechtichkeit bey stehn vnd 7hoffe ich, das gleich wie mihr hier durch gottes 8gnad nach der belegerung so glükhlich wider kommen, 9vnd weiter als mihr hoffen können, di progressen 10extendirt, also ewer Durchlaucht gleichfalls nit allein balt 11glorios widrumb auf Heidelberg kommen werden, sondern 12noch mehrere consolationen erleben. Ich beken, das 13ich dannoch in sorgen bin, bis ich vernemmen 14werde, das ewer Durchlaucht gelükhlich vnd gesunt sein


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15zue Neüburg ankommen, vnd auch ihr Durchlaucht, mein geliebste fraw 16mutter, das fieber verlaße. Ich hab gestren vom portu- 17gesischen bereiter vernommen, das ewer Durchlaucht den 188 wekh sein, gott geb sein gnad. Überschik hirbey 19vnterdehnigst ein brief von Pater Marco, wan er wirt horen, 20das ewer Durchlaucht auf Neüburg kommen, wirt er 21auch hin gehen. Das Cuhr Meins französische 22guarnison eingenommen, ist ein böse sach, gott 23schik als zum besten. Due mich ewer Durchlaucht vnterdehnigst 24befehlen, bitt vnterdehnigst vmb vergebung, das nit mehr 25schreib, weil heündt schpaht vom iagen heim komen. 26Befehl mich vnterdehnigst vnd sterbe 27ewer Durchlaucht 28vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 29EMT 30Wien den 14ten octobris 1688