Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 16.01.1689

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Bede ewer Durchlaucht gnädige schreiben vom 2ten eigenhendich vnd vom 38ten dis hab mit vnterdehnigstem respect empfangen vnd 4aus dem leztern mitt großem leidt vernommen, 5das ewer Durchlaucht sich mit einem catarr incomodirt 6befinden. Vnd küße ich ihr Durchlaucht, meiner geliebsten fraw mutter, 7die füeß, das sie verhindert, das ewer Durchlaucht nit sich 8mit eigenhendigem schreiben bemühet haben. Bitte 9nachmahlen vnterdehnigst vnd fueßfalendt, ewer Durchlaucht 10wollen doch dero gesuntheit beßer in obacht nemmen 11vnd sich mit eigenhendigen schreiben nit bemühen, 12dan an dero conservation alles gelegen ist.


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13Woh ewer Durchlaucht anherokunft anbelangt, so kan ich 14ewer Durchlaucht vnterdehnigst versichern, das nit allein ich als 15dero vnterdehnigstes kindt, sondern ihr Mayestät ebenfals 16auf alle weis verlangen, ewer Durchlaucht widerumb hier 17zue sehn, vnd hatt selbige nuhr die sorg um18dero gesuntheit abgehalten, wie sie dan auch 19noch der meinung sein, das solches zumb 20füeglisten geschen könte, wan das wetter beßer 21vnd die reis mit mehrerer gelegenheit vnd 22sicherheit dero gesuntheit geschehn könte. Vnterdeßen 23werde schon weiters vnterdehnigst berichten vnd ewer Durchlaucht 24gnädigen befehl empfangen. Wegen der leüdt werden ihr 25Mayestät niks vohrschreiben, doch merk ich wohl, das inen 26angenehm wurd sein, wan deren nit gahr vill 27wehren. Wegen bruder Carl will ich wider mit dem 28Hoffkanzler reden, ewer Durchlaucht gnädigen befehl zue volzien. 29Wegen des Deütschmeister, so bericht vnterdehnigst, das in 30dem haubt werkh mit Beyren noch nichts geschloßen, 31er auch schwere pretensiones macht. Mit dem Herzoch


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32von Lotring ist auch noch nichts adiustirt, dan der 33Cuhrfürst noch drauf behart, die parola zue geben vnd 34die direction zue füren, wan sie müeßen zuesammen 35stoßen, gott gebs, das guet adiustirt werde vnd 36das sie vnterdeßen iezt guette operationes mögen 37duen. Das wetter ist aber gahr hart, förcht, von 38den armen musquetir werden vill verfrieren, gott 39schikh alles zum besten. Aus Pohlen seindt die zeitung 40zimlich guet vohr bruder Carl, hoff, das sich balt 41wirt gut schiken, das gott geben wolle. Due mich anbey 42in ewer Durchlaucht gnade vnterdehnigst befehlen, die ich sterben werde 43ewer Durchlaucht 44vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 45EMT 46Wien den 16ten jener 1689