Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 21.03.1689
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15
1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Ich verhoffe, dise meine vnterdehnigsten zeilen werden 3ewer Durchlaucht in erwünschtem wohlstandt finden, 4welches mihr der gröste trost wirt sein zue 5vernemmen, vnd ich iezt alle dag zehle, biß 6das fest corporis Christi kombt, das ich darnach 7balt die gnad haben werde, ewer Durchlaucht vnterdehnigst 8zue bedienen, welches ich kaumb erwarten kan. 9Gebs gott, das in dero hisigen anwesenheit 10ein gutte zeitung aus Schpanien ankommen 11möge, wie ich woll verhoffe. Überschikh ewer Durchlaucht vnterdehnigst,
12was ich aus Portugal vnd Schpanien bekommen habe, 13waraus ewer Durchlaucht ersehen werden, wie die sachen aller- 14seits stehen. Aber den heüntigen aus Schpanien, in 15welchem die portugesischen eingeschloßen sind, kan ich 16vnmöglich schiken, weil ihn noch nit leßen können 17laßen vnd abschreiben, dan es vill zeit braucht 18zue studiren. Bitte auch vnterdehnigst, mihr die portugesische 19gleich wider zuerukh zue schiken, wie auch den schpanischen, 20dan heündt 8 dag mueß drauf antworten. Als 21dan werd auch ewer Durchlaucht schreiben, welches ich vergangen sontag 22bekommen habe, mit schiken, dan die post nit ehender 23geht. Es kan aber woll sein, das ihr Mayestät 24erst am samstag schreiben vnd ein curir der 25post nach schiken. Ich überschike auch vnterdehnigst 26das portret, dauon ich bey vohriger post geschriben. 27Es ist gahr galant gemacht, gott gebe, das es28ein gutten effect bringen möge. Der Curfürst 29in Beyren ist gestern hier ankommen, weil aber eben 30gestern die vigil vohr die Königin in Schpanien



