Leopold I. an Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, o.O. am ?.?.1704

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/7

Abschrift (?)eigenhändig von Kaiserin Eleonora Magdalena

Das vorliegende Blatt weist die Handschrift der Kaiserin auf. Auf Grund von Inhalt und Wortwahl ist zu vermuten, dass es sich um die Abschrift eines Briefs Kaiser Leopolds I. an Kurfürst Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg von August 1704 handelt. Auf der Rückseite findet sich eine konzeptartige Variante des Briefanfangs in abweichendem Wortlaut. Zur Überlieferungssituation passt, dass Johann Wilhelm seiner Schwester am 29.10.1704 für die Transkription eines für ihn unleserlichen eigenhändigen Schreibens des Kaisers dankte.

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000117040002Durchleuchtiger etc.. In dem dero Cammerer, der von Neßelraht, 0003wider zurukh geht, habe ewer Liebden hermit freündt vetterlich danken wollen 0004das sie durch selbigen mihr durch dero schreiben vom 6ten dis dero 0005ankonft zu Prag haben erinnen wellen. Braucht es auch 0006gahr keine entschuldigung, das sie mihr nit ehnder 0007geschriben noch den Golniz ehnder zurukh geschikt haben, in dem 0008mihr woll bewust, das mit der reis sie verhindert 0009geweßen vndt nit vill zeit zu schreiben gehabt haben. Ewer Liebden 0010werden mihr auch vergeben, das ich dero schreiben vom Hamilton vom 00113ten und vom Gollonits vom 8ten dis mit beantworte, weil ich nit 0012vill zeit habe vndt den Neßelraht nit aufhalten 0013will. In deme aber dero Vicekanzler, des Wißer, bediente 0014auch wider zurukh gehn, ich auch auch balt befördern werde 0015??ine diselbe aber, das ich mich gottlob woll auf 0016befinde, auch mein liebste gemahlin wider von dero gehabten 0017vngelegenheit beßer sein. Bezie mich in vbrigen auf den 0018Neßelraht vndt versicher sich meines bestendigen 0019vertrawen etc.


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0020Durchleuchtiger etc.. Gleich wie ewer Liebden durch dero Cammerer, den 0021von Neßelraht iungst gemeldt, beantworte hermit 0022dero 3 schreiben vom 3ten, 6ten vndt 8ten dis, dern ersters der Hamilton, 0023das ander der von Neßelraht, das 3ten der Gollonisch woll 0024überbracht haben. Vndt bedarf es vorderist keiner ent- 0025schuldigung, das sie mihr nit ehnder geantwort vnd 0026auch den Golloniz bis auf Prag mit genommen vndt auch 0027bis zu dero obreis bey ihnen behaben haben, in dem mihr gahr 0028zu woll bekandt, das bey solchen occasionen man nit vill 0029zeit zum schreiben hatt. Ewer Liebden disfals w