Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg an Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg, Düsseldorf am 15.05.1705

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/7

KonzeptSchreiber

Nimmt umso mehr Anteil an EMTs Verlust und dem seligen Ableben des Kaisers (Leopold I.), als er diesem über den schuldigen Respekt, Treue und Gehorsam hinaus eine ganz besondere Verehrung und herzliche Liebe entgegengebracht hat. EMT wird sich aber gewiss wie immer in den Willen Gottes ergeben. JWs einziger Trost wird es sein, wenn er weiter ihrer Gesundheit, Gnade, Liebe und ihres Vertrauens versichert sein kann; sie kann sich auf seine brüderliche Liebe, Devotion und seinen Gehorsam verlassen.

Hat Nachricht vom Olivier, dass wegen der Prinzessin von Ansbach wohl nichts mehr zu hoffen ist. – Unlängst war der von Urbich auf Befehl des Herzogs von Wolfenbüttel bei JW. Die Prinzessin von Wolfenbüttel soll eine schöne Gestalt, einen sehr guten Verstand und eine anmutige Natur haben. Bei ihr ist im Gegensatz zu den italienischen Prinzessinnen sowohl auf die Zufriedenheit des Königs als auch auf die für ganz Europa so wichtige Sukzession zu hoffen. Sendet beiliegend, was er dem König geschrieben hat. Schlägt vor, den Pater Tönnemann nach Wolfenbüttel zu schicken, um die Prinzessin in der katholischen Religion zu informieren, und sie dann unter einem Vorwand zu JW kommen zu lassen. – Sendet beiliegend sein Schreiben an den nunmehrigen Kaiser (Joseph I.). Bittet um Anweisung, wie er sich diesem gegenüber bei den gegenwärtigen Umständen zu verhalten hat.

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