Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 28.03.1677
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/8
1Durchleüchtigster Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Ich verhoffe, ihr Durchlaucht die fraw muetter werden mihr bey ihr Durchlaucht 3vergebung erhalten haben, das ich bey vohriger post 4meine schuldigkeit nit hab abgelegt, wahrumb ich 5selbige in meinem schreiben gehorsamb gebetten habe. 6Es hatt mich von herzen erfrewet zu vernemmen, 7das ihr Durchlaucht dero reyse gelüklich vollendet haben. 8Der allerhöchste verleye, das dasienige guette, 9welches ihr Durchlaucht auf dieser reis ausgewirkt, verners 10aufs beste gedeyen möge, welches freylich bey dieser 11coniunctur wohl von nöten. Das in der coadiutori 12der Curfürst selbsten so eifrich, erfrewet mich sehr 13vnd hoffe, das balt zue einem guettem ent 14auschlagen wirt, in deme ich ihr Mayestät, mein gnädigster Kaiser, 15sich so gnädig darin erzeigen. Der Schellerer hatt mihr 16das schreiben von ihr Durchlaucht in dieser materi noch 17nit geben, dieweilen er erwartet dasienige, so an 18ihr Mayestät, mein gnädigsten herrn, gesendet wurde. So balt selbiges wirt kommen, 19werde ich gleichfals ihr Mayestät vnterdehnigst bitten, welches 20in genere schon gedahn vndt ihr Mayestät sich allergnädigst 21darin erkläret, das sie solliches gar gern duen
22würten, was zue dieser sach beförderlich würde 23sein, also das verhoffe, das keine dificultet hierein 24geben wirt. Was die bilder an geht, mues bekennen 25seint vergesen worden, werden aber mit nechster post 26kommen. Was aber die conterfait anlanget, so 27ist kein mahler hier, der so vill kann, das was 28rechtes wehre, vnd ich weis, das ihr Durchlaucht es nit verlangen, 29wan es nit wohl gemacht ist. Den, so lest probirt 30an einer freüle, hatt es so schantlich gemacht, 31das es niemant gekent. Iezt ist aber vohr ettlig 32dagen der Hammilton kommen, so einmahl zu 33Düßeldorf gewesen vndt ihr Durchlaucht mein frau muetter 34abgemalt, das in Pohlen ist geschikt worden. Wan ihr Durchlaucht 35vermeinen, das der es guett machen würt, so wollen 36ihr Mayestät es ihn machen laßen. Der Hakh hatt sein 37schreiben schon längst bekommen, wie mihr dan sein 38fraw schon daruor gedankt. Wüntschte nuhr, das verners 39ihr Durchlaucht bedienen konte als die ich bis ins 40grab vnuerenderlich verbleiben werde 41ihr Durchlaucht 42ganz ergebenste trewgehorsam- 43bste dochter 44EMT 45Wien den 28 merz 1677




