Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Laxenburg am 13.06.1677
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/8
1Durchleüchtigster Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Ich bitte gehorsambst vnd vergebung, das ich 3die 2 vohrige posten mein schuldichkeit nit 4hab abgelegt mit schreiben. Sie haben mihr 5es nit in dem standt erlauben wollen vndt 6vermeint, ihr Durchlaucht wurden mihr ein solches selbst 7befehlen, wan sie gegenwartigt währen, welches 8ich wohl von herzen wünschte. Ob ich zwar 9förchte, das dieses solliche zuefridenheit 10noch ein wehnig verlängeren wirt, hoffe 11aber, ihr Durchlaucht werden sich noch in guettem 12wohlstant befinden. Es vermeinen die docter, 13es sey wohl so gescheht, befinde mich gottlob 14sonst wohl auf. Bis erchtag 8 dag werden wir15auf Wien, wie wohl es der docter noch 16nit gern erlaubt. Gestern ist music hier 17gewesen vndt der Gonzaga auch darzu 18kommen, vndt hat mihr darnach ein grues ausgerichtet.
19Es ist wohl ein allerliebster man, er hatt mihr 20gesacht, ich dörf nit sorgen wegen Engelant, die 21Kaiserin wirt bestendig bleiben. Er wolte gern 22sterben, wan er nuhr den heiraht erst erlebt 23hatte. So schpühre auch an ihr Mayestät meinem 24Kaiser, das er kein inclination darzu hatt, 25welches Pater Danner ihr Durchlaucht wirt bericht haben. 26Hierauf bitte nit zu antworten als 27durch ihn. Befehle mich vnterdehnig 28vndt sterbe 29ihr Durchlaucht 30ganz ergebenste trewe 31gehorsamste dochter 32EMT 33Laxenburg den 13 jun 167734Gestren hatt sich der 35heßische gesante bey mihr anmelden laßen, 36der ist der erste, so sich hier einfindet. 37Hoffe, die anderen werden balt folgen.



