Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wiener Neustadt am 30.01.1678

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/8

Ausfertigungeigenhändig

3 v
Faksimile

1Durchleüchtigster Fürst, herzallerliebster herr vatter 2Bitte vnterdehnig vmb vergebung, das bey vohriger 3post mein schuldichkeit nit habe abgelecht, ich hoffe, 4der Fürst werde mein entschuldigung gemacht 5haben. Der doctor hatt mihr entlich den dag hinaus 6erlaubt, aber ich schreibe solliches ewer Durchlaucht beyden 7zue, sonst währe es gewis nit geschen, sage dauohr 8vnterdehnigen dankh, wie auch vor beyde dero 9gnädige schreiben vndt das sie zue dieser hochzeit 10des Herzog vom Lottringen Liebden vndt Königin in 11Pohlen mihr haben glükh wüntschen wollen. Der 12Herzoch ist wegen verhinderung seines üblen 13fueß, welchen er bis dohto noch nit gebrauchen 14können, noch nit ankommen, wirt aber, wie 15mihr hoffen, bis könftigen ergtag kommen, 16das also noch die hochzeit auf den mitwoch 17wurde stattfinden. Etlige aber wollen sagen, es sey noch zimlich 18schlim mit seinem fues, das also noch nit gewis,


3 r
Faksimile

19wan die höchzeit noch sein wirt. Seint in ängsten 20gewesen, dan lang nichts von ihm gehört als gestern, da21ist ein curier kommen, der hatt dieses gebracht 22das er den 27 zu Regenschpurg sein wurd, so 23hoffe, das auf dem waßer bis erchtag hier 24könt sein. Ich hoffe wohl, das nach dieser 25hochzeit mein brueder auch balt werde getröst 26werden, dan ihr Mayestät sich gahr gnädich bezeigen 27vndt mihr selbsten die hoffnung gemacht, das 28nach diesem balt sich resoluiren wolten. 29Ihr Mayestät die Königin seint auch gegen meinem 30bruedern gahr wohl geneigt, also das ich nit 31zweifle, sie werde gahr gehrn darzue helfen. 32Mein höchster trost wirt allezeit sein, wan 33ich durch meine vnterdehnige diensten ewer Durchlaucht 34erweisen könte, mit was eifer ich sterben werde 35ewer Durchlaucht 36ganz ergebenste trewgehor- 37samste dochter 38EMT 39Neustatt den 30 jener 1678