Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Linz am 16.11.1680
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/8
1Durchleüchtiger Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Ewer Durchlaucht hab ich wohl vhrsag, vnterdehnigst vmb verge- 3bung zue bitten, das ich bey vohriger 4post meine schuldichkeit verabsaumet, es ist 5die comedi schuldig daran gewesen. Hab aber 6noch vermeint, werdt so vill nit haben, so 7ist aber darnach zue schpaht worden. Mues 8ebenfals heütt ewer Durchlaucht güette disfals imploriren, 9dan ich izt gahr bescheftigt mit der comedi, 10die soll am erchtag werden, haben auf morgen 11nit können fertig werden. In allem bezihe 12mich auf den Schellerer, der wirt ewer Durchlaucht 13von allem bericht geben. Ich leb iezt in höchstem 14verlangen, bis ich die gnade werdt haben, ewer Durchlaucht 15auf zue warten, vndt zehle ich alle stundt 16bis dorthin. Es erfrewt mich, das zue Auschpurg 17die maiora vohr mein brueder geweßen, gott 18gebe weiters sein gnade . Ihr Mayestät haben den Pater
19zumb Bischoff von Wien declarit, hab es nit 20vnterlaßen wollen, ewer Durchlaucht zue berichten, weil 21ich weis, das es ihnen lieb wirt sein zue 22vernemmen, weil ehr gegen ewer Durchlaucht vndt alle 23was vns angeht großen eifer zeiget zu 24dienen. Befehl mich vnterdehnigst vndt sterbe 25ewer Durchlaucht 26ganzergebenste trewgehorsamste 27dochter 28EMT 29Linz den 16 novembris 1680


