Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Linz am 05.05.1681
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/8
1Durchleuchtiger Fürst, herzallerliebster herr vatter 2Ich bitt ewer Durchlaucht, bitt ich vnterdehnigst vmb verzeiung, 3das dismahl auf dero 3 geliebste schreiben nit antworten 4kan. Dieße heilige zeit ist schuld, zue welcher ich ewer Durchlaucht alles selbst 5vermeinte verlangte glükshelichkeit mitt deren villen volgen- 6den vnterdehnigst anwüntsche. Mit meinem Josephl ist es gott 7lob beßer, das fieber hatt ihn, gestren morgen wirt 8 8dag, das erste mahl verlaßen. Am montag drauf 9das andere, iezt ist er noch matt vndt haben 10den grösten krieg mit dem eßen, dan er alleweil 11eßen will, welches sich so balt nach den fiebren nit 12duen last wegen der recitiu. Mir werden auf das 13könftigen mitwoch hir wekh vndt die kinder 1414 dag nach vnserer, bis er die kräften ein 15wehnig widerumb erholt. Ich due mich hiemit 16in ewer Durchlaucht gnade befehlen, sterbe 17ewer Durchlaucht 18ganzergebenste trewgehorsamste 19dochter 20EMT 21Linz den 5 meii 168122Dem Pater Marcus hab wohl vill meines Josepl gesuntheit zue zu schreiben, 23dan als ich ihm von seinem gesegneten waßer geben, hatt es selbigen dag anfangen nachzue laßen, 24vndt als ihm am samsta sontag frue auch vom benedicirten salz geben, ist es gahr darauf aus blieben. 25Ich häte wohl ein vnsinnige freüd, wan ihn einmahl wider sehen derfe.



