Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Linz am 23.10.1683

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Ewer Durchlaucht seindt mihr alzuegenedig, das sie mihr zue dem 3dag der heiligen Theresa so vill gnädigste wüntsch duen wollen, 4vnd weis ich so ville vberhaufungen dero väterlichen güette 5gegen mich niemahlen abzuedienen, wie auch, das sie über 6meinen herfuhrgange mihr solche bezeigungen duen wollen. Mich 7bedrüebt allein, das ich weder capacitet noch gelegenheit, 8ewer Durchlaucht meine vnterdehnigste dienst zue leisten vnd genuegsam 9dankh zue erstatten, welches ich vohr meine gröste glükh- 10sehlichkeit schäzen wurd. Wegen bruder Franz Liebden freüdt mich, 11das der Neander sich also trew erzeiget vnd wirt izt 12seine antwort zue erwarten sein, darauf ihr Mayestät 13vnd ewer Durchlaucht alles resoluiren können. Der Gall ist 14hier an kommen, also wirt er auch zue ihr Mayestät kommen 15vnd selbige sehn, ob er dauglich zue diesem dinst 16sein wirt. Werde alles ewer Durchlaucht vnterdehnigst berichten, wünschte 17das es müntlich könte duen zue Regenspurg oder anderst 18woh. Saxen zeigt zwar niks anderst, als das er gutt 19intentionirt bleib, ob er aber auf Regenschpurg wurd 20kummen, steht dahin. Förcht woll, die zuesammenkunft


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21wurde in wehnigen bestehn. Man hatt woll von der 22reis auf Prag geret, weil aber das wetter schon gahr 23übel vnd kalt vnd so ein große reis gahr schwer 24sein wurd, auch ihr Mayestät hie neheter bey der armada, 25auch, wan sie auf Regenspurg wolten, von hier leichter 26wehre, so haben ihr Mayestät resoluirt hir zue bleiben, 27zue dem das Brandenburg nit auf Prag, insonderheit 28bey dem üblen weter, kommen würde. Von der 29armada haben seider dem lesten niks absonderlichs, 30die bruken ist fertig, werden iest schon hinüber 31sein, das wetter ist aber gahr übel. Wegen Portugal 32ist vill gewonnen, das der Prinz sich selber so gutt 33vnd affectionirt erzeigt, welches mihr Bonuisi auch 34ausfürlich gesacht, ich hoff nit, das Engeland dah aus 35handen gehen soll. Die antwort, so der auditor der Königin 36beichtvatter geben, ist khek vnd starkh gewesen, gott geb sein 37gnad nach seiner ehr, das mög geschen, was zumb 38besten ist. Mitheüntiger post werden ewer Durchlaucht die expedition 39wegen des tituls Serenissime empfangen, der Kinsekh hatts 40gahr geschwint vnd willfährig expediren laßen. Ich ver- 41mein, der ganze sach sey ein ihrrung, in dem das


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42sie werden an Könsekh gefragt haben, ob ihr Mayestät ewer Durchlaucht 43di Altezza tractiren, welches er wirt angenommen haben, 44das tractament euer Durchleücht, welches ihr Mayestät niemand 45geben, sondern die Liebten, wie ihr Mayestät allezeit entweder deütsch 46oder lateinisch allezeit schreiben, also wirt er geant- 47wort haben von nein, dan die serenitet in den briefen geben 48ihr Mayestät nuhr allein den königen. Wegen des tittul 49Serenissime oder Durchleüchtiger in eingang wirt ers nit 50laugnen, dan es däglich geschicht vnd er so narrisch 51nit wurde sein, sich zue vnterstehn, solliche vn- 52wahrheiten an einiges ort zue berichten, dan er ihm 53woll einbilden kunte, das es wurde auskummen 54vnd er mit der vnwarheit bestehn. Dise attestation 55wirt den schpaniern aber schon disfals allen scrupul 56benemmen vnd verhoffe ich, sie werden wegen dises 57titul nimmer difficultiren, will auch ihr Mayestät vnterdehnigst bitten, 58das sie disfals sowoll mit hiesigem Botschaffter etwas 59melden möchten, vnd auch den Mansfelt darin laßen einige 60offitia einwenden. Weis aber nit, ob sie sich gern impegniren 61werden, sonst will es durch den Stratman ohne impegno


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62dem Botschaffeter lasen beybringen vnd dem Mansfelt 63recomendiren. Ich due mich hirmit in ewer Durchlaucht 64gnade befehlen, die ich sterben werde 65ewer Durchlaucht 66vnterdehnigst trewgehorsamste dochter 67EMT 68Lins den 23ten octobris 1683