Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Traunsee am 17.06.1684

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9

Ausfertigungeigenhändig

168 r
Faksimile

1Durchleüchtiger Fürst, herzallerliebster herr vatter 2Heüt mueß woll vnterdehnigst vmb vergebung bitten, das 3dero gnädiges schreiben vom 9ten dis nit recht beantworte, 4in dem ich diesen brief mit den schpanischen, die ihr Mayestät 5mit einer staffeta nachschiken, ablaufen laße, weil ich 6gestren wegen des gemsiagen nit zeit gehabt, meine 7vnterdehnigste schuldichkeit abzulegen. Erfrewet mich von herzen, 8das sich ewer Durchlaucht in guettem wohlstandt sich befinden, 9der almechtige wolle sie verners darbey erhalten. 10Pater Marco ist bey der armée schon ankommen, die 11leztere brief haben ihr Mayestät von Barcan . Sie schreiben, sie 12hören noch niks von keinen türken, also marschiren sie 13weiter, gott geb, das balt einige guette operation duen 14mögen. Morgen werden wir zue Sankt Wolfgang sein vnd übermorgen 15wider ein gemsiagen haben, vnd so dan werden wider vber 16Cammer nachhaus. Due mich hiermit in ewer Durchlaucht gnade 17vnterdehnigst befehlen, die ich sterben werde 18ewer Durchlaucht 19vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 20EMT 21Lins im schif auf dem gmuntner seh den 17ten junij 1684