Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 12.04.1685

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Fürst, herzallerliebester herr vatter 2Mitt der gueten gelegenheit des Grav Hamilton hab 3ich nit vnterlaßen wollen, ewer Durchlaucht mit disen vnterdehnigsten 4zeilen zue bedienen. Ist mihr woll leidt geweßen 5von herzen durch den Fürsten von Dietrichstein zue 6vernemmen, das ewer Durchlaucht sich mit einem cattar 7incomodirt befinden. Hoffe zue gott, es werde 8nuhnmehr vollich vergangen sein vnd ewer Durchlaucht 9sich in bestem wolergehn befinden. Wan der Hamilton 10etwahs solte verabsaumet haben bey seiner compagnie 11oder sonsten in ewer Durchlaucht dienst, mues ich wol gesten, 12das ich vhrsach daran bin, weil vohr meinen bruedern noch 13kein andern hoffmeister gefunden vndt ihn nit gern allein 14gelaßen. Wie mihr mein brueder schreibt, hatt er 15ihme woll vnd fleisig gedient vnd seindt alle 16dort gahr satisfait mit ihme geweßen. Also bitt 17ewer Durchlaucht vnterdehnigst, sie wollen ihme nit vngädig sein, das er nit


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181Hab ihm geraten hinauf zue reisen, weil die campagne doch nit vohr ent des maij wirt ihren 19anfang nehmen vnd auch, weil er dorten sein esquipage vnd auch was noch vohr sein compagnia 20vonöten, vill ehender vnd leichter wirt bekommen, dan hier alles hart zue bekommen vnd ein große deure auf21allen sachen ist. 22das er nit ehender kommen, ist mein schuld. Der 23Caschin, höre ich, sey dort geweßen vnd habe meinem 24bruedren wohl gefallen. Ich hab zwar von meinem 25brudren noch kein schreiben darüber, wan dem aber also 26ist vnd ewer Durchlaucht gnädigst darmit zuefriden, so kont 27man ein ent daraus machen, ich höre ihn von 28allen loben. Due ewer Durchlaucht auch vnterdehnigst den Hamilton 29recomendiren zue gnaden, dan er sich gewislich so 30woll im felt als bey meinem bruedren wohl 31verhalten hatt + Bitt ewer Durchlaucht vnterdehnigst vmb vergebung, 32das gestren mit der post nit geschrieben, ist ein 33prob gewesen vom grab vnd die venedische 34Botschoffterin hat abschit genommen, so ist gahr schpaht 35worden vnd hoffe ich auch, der Hamilton 36werde fast die post einholen. Es hatt mihr 37die Kaiserin Lenore gestern diese brief geschikt, 38ewer Durchlaucht vnterdehnigst zue überschiken. Sie verlangt 39auf alle weis, die Erzherzogin hier zue haben,


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40wegen deß badts zue Baden . Es findens woll 41auch alle medici vohr nötich vnd meinen, 42das durch dises sie könte völlich restittuirt 43werden, weil sie das bat schon öffter gebraucht, 44es gewohnt vnd ihr allezeit wohl bekommen. 45Sie hetten große hoffnung, das balt darauf 46ein sucsessesion erfolgen solte. Ihr Mayestät, mein 47gnädigster Kaiser, seint darmit zue friden, also hatt 48die Keiserin verlangt, das ich ewer Durchlaucht vnterdehnigst bitten 49soll, das sie dieses erlauben möchten. Weil des 50Josephl cattar etwas beßer, hatt er sich vnter- 51standen, ewer Durchlaucht vnterdehnigst zue danken vohr dero gnädige wuntsch, 52ist aber gar kurz, weil der cattar noch 53nit mehr zuegelaßen. Schike auch hie bey ein 54brif von Pater Hippolito, welcher auch zimlich übel 55auf gewesen. Due mich hirmit in ewer Durchlaucht gnade vnterdehnigst 56befehlen vnd werde sterben 57ewer Durchlaucht 58vnterdehnigst trewgehorsamste dochter 59EMT 60Wien den 12ten apprill 1685


1Es handelt sich um ein PS zur Zeile 31.