Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 02.07.1687

Generallandesarchiv Karlsruhe Karlsruhe, 77 Nr. 8811, Korrespondenz der Kurfürsten Philipp Wilhelm und Johann Wilhelm mit Kaiser Leopold I., der Kaiserin Eleonora Magdalena, dem römischen König Joseph I., der römischen Königin Wilhelmina Amalia, ... / 1679-1715

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1Durchleüchtiger Fürst, mein herz allerliebster herr bruder 2Ich hette dero liebsts schreiben vom 18ten passato 3lengst beantwort, aber alle meine breüdt vnd 4der Herzoch von Mantua haben mich doran verhin- 5dert. Dero Liebden können nit glauben, wie ich ein freüdt 6hab gehabt, das mein libste Erzherzogin wider 7beßer ist. Ich bin so herzlich bedrüebet gewesen, 8vnd habes als verbißen, wie ich gekönt, dan mein 9liebster Kaiser wahr auch gahr bedrüebt, damit 10ich ihms nit vermehr, gottlob, das so ist abgangen 11vnd sie wider woll auf ist. Nuhn wirt mein 12schwester auch schon vereist sein, die Konigin, gott 13geb ihr glükh. Wegen der von Hermenstein 14ist mihr leid, das der brif so schpaht 15kommen, habs schon andren verschprochen gehabt. 16Wegen der Giulia ist schon gericht. Ich mus 17aber dero Liebden wider vngelegenheit machen, meiner 18Amel sehligen dochter hatt mihr dis memorial


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19geschikt, dero Liebden zu recomendirn, wan der kerl 20dauglich darzue ist, woll ihn dero Liebden laßen recomen- 21dirt sein. Der Irmans hatt mihr auch 22wider das memorial geschikt, dero Liebden wollen duen, 23was sein kan vnd dero conuenienz erleidt. 24Befehl mich dero Liebden vnd werde sterben 25dero Liebden 26getrewste schwester 27Eleonora 28Wien den 2ten julii 168729Ich hör, die vochtei, wegen welcher des Irmans 30memorial wahre, so ich hette schiken sollen, sey 31schon einem andren vergeben, also wolle dero Liebden 32sich ihn in andren vohruallenden gelegenheiten laßen 33reccomendirt sein. Die armen haben vill kinder 34vnd nit vill dazue, das memorial hab verißen, 35weil es zue schapht wehr kommen.


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