Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 10.07.1687

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, herzallerliebster herr vatter 2Ewer Durchlaucht gnädiges schreiben vom 27ten passato hab mit schuldigem 3respect vnd höchster consolation empfangen, weil 4ich daraus ewer Durchlaucht gutten wohlstandt vernommen, 5der almechtige geb weiters sein gnad. Ich hoffe, 6es werden die sponsalien vnd alles woll abgangen 7sein, der almechtige verleye darzue seinen 8segen. Wegen des tractament, so werden ewer Durchlaucht 9aus meinem vnterdehnigsten schreiben vom 29ten passato vernommen 10haben, das ihr Mayestät aus der reichs kanzlei alle könig, 11als Schpanien, Engelant, Schweden vnd alle gleich tractiren, 12welches sie auch dem König in Portugal nit 13difficultiren werden zue geben vnd er auch nit 14mehrer wirt pretendiren können. Sag ewer Durchlaucht vnterdehnigsten 15dankh, das sie mihr zue meine cuhr so vill ges 16wüntsch, befindt mich darauf gottlob gahr woll. Bin 17woll auch von herzen froh, das die liebe Erzherzogin 18wider beßer ist, gott erhalt sie vnd geb ihr, was


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19mihr alle verlangen, welches ich woll hoffe. Das ewer Durchlaucht 20die limoni geschmekt, freüdt mich, aber ich hab woll 21geforchten, sie werden dür werden von der hiz. Die opera 22wirt ohne zweifel woll abgangen sein. Der Minati 23vnd Draghi seint ganz in freüden wegen ihrer 24present vnd könnens nit genuech rüemmen. Pater Marco 25hab ich den brif heünt durch ein curir geschikt. Iezt 26wirt mein brueder schon dort sein, dan wie mihr der 27Golstein gesagt, so ist er den 30ten zue Offen gewesen, 28gott geb ihm glükh. Heündt ist ein caualier 29vom Herzoch von Mantua kommen, das er 30in wehnig dagen werd hier sein. Es ist ein 31artiger herr, gottgeb, das durch dise reis etwas 32gutts möge effectuirt werden. Due mich hirmit 33vnterdehnigst in ewer Durchlaucht gnade befehlen, die ich sterben 34werde 35ewer Durchlaucht 36vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 37EMT 38Wien den 110ten junij 168739Ich hör, der Bischoff von Augspurch sey gahr baufelleig. 40Wan mein bruder Alexander sein cuhr vollent hette, 41wurd es nit übel sein, wan er balt wider hinauf 42gieng. Ich hör, Pater Herrewarts kan nimmer mit meinem 43bruder herauf, steht zue consideriren, ob ihm nit daugliger


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44wehre, in sollichem fall einen aus der schlesinschen 45oder bemischen prouinz zue nemmen. Es wehre woll 46ein wakerer man, doch ist lang rector zue Preßlaw 47geweßen vnd izt hier Procurator der bemischen prouinz, 48kent das land vnd alles gahr gutt, sein nahm 49aber ist mihr abgefallen, werd es mit nechstem schreiben.


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