Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 14.04.1678
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45. nr. 11
1Durchleüchtiger Fürst, herzallerliebster herr vatter 2Ich bitte gehorsamist vmb vergebung, das die 3beide vohrige posten meine schuldichkeit nit 4habe abgelegt, die zeit hatt es nit erleiden 5wollen, in deme am pfinstag den ganzen 6dag in der kirchen vndt am osterdag mit 7bone feste ganz überhaüfet gewesen, welches ich 8ewer Durchlaucht mit aller glükhsehlichkeit angehaüfet 9gehorsamst anwüntsche. Ich habe aus ewer Durchlaucht schreiben 10mich bis dahto schwischen hoffen vndt forcht wegen 11des Cuhrfürsten zue Cöllen befunden, hoffe aber, 12heütt etwas beßeres zue vernemmen, wie 13auch, das etwas guettes mit den aliirten solle 14ausgericht sein worden. Nuhnmehr wirt der 15Marques de Grana auch schon dort ankommen 16sein, welcher disfals von ihr Mayestät dahin 17geschikt worden, gott gebe sein gnahd, das 18alles wohl möge abgehn zue ewer Durchlaucht satisfac- 19tion vndt sie gelüklich dero vohrgenommene
20reis mögen volenden vndt ich mit der zeitung 21dero gelüklige ankunft auf Neüburg möge 22erfrewet werden, welchs von herzen wüntschet 23vndt verlangt die ienige, so sterben wirt 24ewer Durchlaucht 25ganz ergebenste trewgehorsamste 26dochter 27EMT 28Wien den 14 apprill 167829Wegen meines eltisten brueder werden ewer Durchlaucht 30schon von ihr Mayestät selber vernommen haben, 31das es ihnen nit zuewider, das er mit herauf 32kommet.




