Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Laxenburg am 02.06.1689
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 44/6
1Durchleüchtiger Fürst, mein herzallerliebster herr bruder 2Ich hab dero liebstes schreiben vom 4ten passato wohl durch den 3Sebastiano empfangen. Vnd ist mihr absonderliger 4trost, daraus zue ersehn, das sich dero Liebden in guetter gesuntheit5befindt vnd so generose resignation in den göttligen 6willen haben, der selbige durch anderweitige glükhsehlickeiten 7dero Liebden vngezweifelt ersezen wirt. Was mihr dero Liebden recomen- 8diren wollen, die 3 freilen, so werde nit laßen, nach einer 9gutten gelegenheiten, in dem iezt alle stellen ersezt, auch 10auf sie zue reflectiren. Kan auch anbey dero Liebden nit 11bergen, wie das schon vill das verschprechen haben, vnter 12welchen vohr eine von Fläsching ihr Durchlaucht, vnser geliebste fraw 13muetter, starkh recomendiren. Wan dero Liebden machen könten, das 14ihr Durchlaucht auch diße recomendireten vnd nit vngenedich 15nemmeten, wan deren eine oder die andre der Fläsching 16vohrgezogen wurde, so wurde es leichter sein. Ich wolte,
17das alle accomodiren könte, aber meine freilen seindt 18nit so geschwint mit dem heiraten. Wegen des Sebastian, 19werden ihm ihr Mayestät sein verschprochene besoldung 20geben, auch das austendige nach vnd nach suechen zue 21bezahlen. Ich wünschte nuhr, das einige gelegenheit 22hette, das könte dero Liebden mit mehren bezeigen mein affection, 23vnd auch der liebsten Erzherzogin sehlige ihren leüten werde suechen 24alles guetts, was ich werd können, zue erzeigen. Die 25bestendig verbleiben werde 26dero Liebden 27getrewste schwester 28EMT 29Laxenburg den 2ten junij 1689




