Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Laxenburg am 31.05.1694
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 44/6
131. maij 94 2Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerlibster 3her bruder. Es wirt mitt nechstem ein 4courir volgen mit was hier auf dero Liebden lezter 5schreiben deliberirt ist worden. Mihr ist allein 6das schwer auf dem herzen, das der Bischoff 7von Preßlaw gahr nit der sterkisten einer ist, vndt 8wan man lang wart zue befahren, das hernach 9die sucession nit ereicht möchte werden. 10Dero Liebden aber werden alles schon woll überlegen, 11vnd der heilige geist wolle ihnen ein geben, was 12zum besten sein möge, vmb welches ich ihne 13diese heilige feirdag werde ezlich anrufen 14vndt bitten laßen, das er dero Liebden auch alles gnädig 15verleyen wolle, was sie selbsten verlangen.
16Jezt wirt balt mein liebe Königin wekh, 17so mus die kurze zeit noch bey ihr zu 18bringen, also schließe vndt sterbe 19dero Liebden 20getrewste schwester 21Eleonora 22Laxenburg den 31 maij23169424Jezt wirt ihr Durchlaucht, vnser geliebste fraw mutter, schon bey 25dero Liebden sein, hoffe mit guetter gesuntheit.
26Postscriptum Auch was den Prinz von Saxen belangt, 27können ihn dero Liebden versicheren, das ihr Mayestät, 28mein Keiser, nit ihm werden aus handen 29gehn vndt dankhbahr erkennen alle lieb 30vndt trew, die er vnseren liebsten bruder sehlig 31erwißen hatt, in sonderheit bey der wahl 32vndt lezten krankheit, so das ihr Mayestät ihn alzeit 33protegiren werden vndt auf alleweis daran 34sey, das er bey dißen vacirenden beneficis 35auf ein oder andere weis, wie es sich 36wirt duen laßen, möge auch accomodirt 37werden. Verbleibe vt in literis 38Eleonora




