Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Elisabeth Amalie von Pfalz-Neuburg, geb. Hessen-Darmstadt, Favorita am 13.06.1696

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 44/7

Ausfertigungeigenhändig

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113 junij 96 2Durchleüchtige Cuhrfürstin, mein herzallerlibste fraw mutter 3Ewer Durchlaucht gnädiges schreiben vom 1ten dis habe mitt vnterdehnigstem 4respect erhalten. Bitt nachmahlen vnterdehnigst vmb vergebung, 5das die vohrige post nit geantwort, weil ihr Mayestät geburz 6dag war. Ich war vndt bin auch noch so bedrübt, 7das nit weis, was ich schreib, bis ich hör, das nit 8in vngenaden bin, dan einmahl ich in disem 9ganz vnschuldich, vndt hatt mihr hir der Wißer 10gesacht, das er hatt erlaubnus begert, auf 11Neüburg zu gehen, wie ichs ewer Durchlaucht vnterdehnigst geschriben 12hab. Darnach habens gesacht, es hetten ihn vnterwegs 13reüter angefallen, vndt man wüst nit, woh er sey.


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14Einmahl bitt ich, ewer Durchlaucht wollen glauben, das ich 15lieber sterben wolte, als ewer Durchlaucht einige vn- 16warheit berichten, das die Geßers so durch ??. Die 17arme ist so elendt, das sih nit wirt 18haben können vohr ewer Durchlaucht erscheinen. Ewer Durchlaucht können 19sich woll einbilden, in was vohr bedrübnus 20mihr seint wegen des so geschwinden doht der lieben 21Königin, ist der willen gottes, dem mus man 22sich ergeben. Ich förcht nuhr, mein fraw schwester wirt 23auch krankh, die abgeschmachten doctor, förcht woll, 24haben ihr geholfen, der, den mein herr bruder geschikt, mus 25zu schpaht kommen sein. Mus heüdt wider 26kürzer machen, hab ein wehnig ein hals weh vndt 27heisenhkeit, so wollen mich nit vill schreiben laßen. 28Due mich also vnterdehnigst in ewer Durchlaucht gnade befehlen 29vnd werde sterben 30ewer Durchlaucht 31vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 32Eleonora 33Fauorita den 13ten junij 1696