Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg an Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg, Bensberg am 03.10.1697

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 44/7

AbschriftSchreiber

Freut sich so sehr über den kaiserlichen Sieg (bei Zenta ) über das osmanische Heer, dass er Tag und Nacht daran denkt. Bittet um 30 Fahnen und drei Paar türkische Pauken für Kirchen in Neuburg, Düsseldorf und Heidelberg, einen türkischen Pelz für seine Kurfürstin und ein großes Offizierszelt für sich selbst. – Hat EMTs Pläne für weitere Heiratsverhandlungen von Pater Pottier gehört und wird sich unverzüglich daranmachen, sobald der Tellier da ist. – Bittet um Unterstützung, um Assignationen für den Unterhalt seiner Truppen zu erhalten. – EMT möge fromme Seelen eifrig für ihn beten lassen.

PS (f. 287r): Unterstützt die Bitte des Grafen Kaunitz, nach Abschluss der Friedensverträge nach Wien zurückkehren zu dürfen. JW ist daran gelegen, damit dieser bald wieder die Angelegenheiten seines Kurhauses in Wien vertreten kann.

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13 octobris 97 2copia 3Allerdurchleuchtigste etc. 4Ewer kayserlichen Mayestät allergnädigstes schreiben vom 14. und 18. septembris 5habe ich mit tieffister vnterthänigster veneration zue 6recht gehorsamst erhalten. Thue zue forderist aller vnderthänigsten 7danckh erstatten vor die allergnädigste participa- 8tion vnd notification der, von dem allmächtig milt- 9reichistem, vnd gerechtigstem gott, ihro Mayestät meines 10allergnädigsten, vnd alles allein würdigen liebsten Kaysers 11vnd herrens siegreichisten vnd glorwürdigsten 12wachten verliehene so vnerhörte grosse vnd herrlige 13victorie über deß orientalischen türckischen herren 14kriegß macht, thue dazue auß dem inneristen 15meines herzenß allervnderthänigst congratulieren 16und den liebreichisten gott bitten, deren noch vn- 17entliche und weit grössere gnaden gegen orient und 18occident vnd alle ersinnlige deroselben feinden 19gnädig, vnd miltiglich mit zue theilen. Vnd weilen 20bey sothaner so grossen victorie, so ansehentliche 21beuthen an türckhischen raaren pelsen, vnd grossen 22schönen gezelten erobert worden, nebenst so vielen 23raaren, und vnschäzbaren sachen, so bitte vnterthänigst 24mir nicht in vngnaden zue vermerckhen, wann 25ich mit meinem altherkommenem vnterthänigsten 26vertrawen zue deroselben, mich erkühne auch et- 27was von disem grossen sieg außzubettelen, 28als erstlich 30 fahnen vnd 3 paar türckhische pauckhen


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29vmb nacher Neuburg zue der miraculosen vnser frawen 30bey den creuzbrüederen daheselbst, hierunden zue 31der miraculosen vnser frawen bey den creüzbrüederen, 32sodann nacher Heydelberg in der newen Sankt Jacobskirchen 33so vnser vnuergleichlicher papa sehliger auß dem fun- 34dament gebauet, zue desto mehrerer preisung und 35lob gottes zue hangen, zweytens einen türckischen 36pelß vor meine englische Churfürstin sambt einem 37dergleichen reiger buschen, so dann drittens vor mich 38eine grosse türckhische zelten etwahe von deren vor- 39nehmbsten officirern. Es ist nicht ohne, daß ich 40vermessen bin erger, alß kein franzos, aber allergnädigste 41fraw, dero mir von kindtheit auff bekante 42vngemeine gnädigkeit machet mich so khüen 43vnd ist meine frewde über disen sieg so groß 44daß ichs vnmöglich sagen kan, ich rede, und denckhe 45tag und nacht daran, daß heischet redlich Non est 46deo summo difficile auxiliare in paucis, aut in 47pluribus, deus pestem superbis (daß seind türckhen 48und franzosen) humilibus autem dat gratiam, 49daß ist mein Kayser, den wolle gott noch vnent- 50lich lang erhalten, vnd vnentlich fachen seegen 51über seegen gnädiglich mittheilen, ohne endt et in 52saecula saeculorum Amen. Waß das hohe heyra 53tsnegotium ahntrifft habe ich von Pater Pot 54tier vernommen, was deroselben gnädigste inten 55tion seye, deme ich dan ohne zeith verlust gehorsambst


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56nachkommen werde. Erwarthe nur des Tellier. Wegen 57meiner übrigen anligen lege ich alles zue dero füessen, 58und weiß sie werden sich meiner gnädigst annehmen, 59dann sonst bin ich verlohren, ich begehre jahe kein 60so grosse summa von so vilen 100.000ten sondern nur 61annehmliche assignationes so bin schon zue frieden, 62vnd kan gelt darauff handlen zuem underhalt 63meiner troupen. Waß mich anlanget bitte ich 64vnderthänigst fueßfällig sie lassen fleißig vor mich 65durch fromme seelen betten, und ich werde ohne 66enderung leben und sterben etc. Bensberg den 673ten octobris 1697. 68Ahn 69ihre Mayestät die Kayserin 70von 71ihr churfürstlichen Durchlaucht zu Pfalz aygenhändig 72also abgangen.


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