Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, o.O., o.D. (April 1701)
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 44/8
1Durchleüchtiger Curfürst, mein herzallerlibster herr bruder 2Heündt bekomme ich 4 liebste schreiben von deroselben, 3ist mihr aber vnmöglig darauf zu antworten, weilen 4vill punta darin, auch heündt wegen des gebetts, 5so gehalten worden, kein zeit vnmöchlich hab, werds woh moglich6mit nechsten ersezen. Bericht nuhr in eil, das gottlob 7entlich mihr der bruder Alex die erlaubnus vohr die Mutter 8Anna Magdalena geschikt. Bitt aber, dero Liebden wollen mihr doch 9ehstens das documentum, das sie zu Achen angenomen, 10schiken, welches ich ihm verschprochen vnd er auf 11mein parola die erlaubnus erdeilt hatt. Iezt 12werd ich alle anstalt machen, damit sie ehsten abreisen
13möge. Sie hatt der würdigen mutter dort geschriben, welches 14ich in disen mein herbey kommenden brif eingeschloßen 15vnd sie bestens mit reccomendirt hab. Bitte, dero Liebden 16wollen ihn zurecht überschiken vndt auch die mutter bestens 17reccomendiren, damit sie dort content mög leben, 18sonst wirts doch alzeit hendel sezen. Aber sie 19ist jezt trefflich disponirt vnd hatt gewißlich hier 20nit anderst als auferbeülich vnd woll gelebt, 21hoff, soll also bestendig bleiben. Die hiesigen nunen 22werden ihr auch selbst dise zeüchnus geben. Mus 23enden wider mein willen, due mich dero Liebden befehlen vndt 24werde sterben 25dero Liebden 26getrewst schwester 27Eleonora 28Bitt mich bey meiner lieben fraw schwegrin 29zu entschuldigen vndt vill schöns zu 30sagen, werd als mit nechsten ersezen.

