Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Favorita am 06.07.1701

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 44/8

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Curfürst, meinen herzallerliebster herr bruder 2Der Wißer ist woll ankommen, welcher dero Liebden von 3hir alles berichten wirt, ich also dero Liebden nit mit 4widerholung deßen bemühen will. Die gutte reso- 5lution auß Engelandt wirt hoffendtlich gute 6sequelen nach sich zihen. Hierbei überschik dero Liebden ein 7prob von golt. Man hatt so woll in Vngern als Siben- 8bürgen vmb das gedig golt geschriben vndt keins bekomen 9können, dises ist aber ein wasch golt, so auch in 10kein fewer gewest. Von disen bekombt man aber gar 11wehnig, doch wans dero Liebden recht ist, so will mich bemühen, 12so vill möglich daruon zu bekommen. Antimoni wirt 13überschikt werden, so vill dero Liebden begert. Haben wir leidt


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14vmb die arme Vochtin, wan nuhr wider ein gutte fraw 15zu dem kindt kombt. Due mich hermit in dero affection16befehlen, werde sterben 17dero Liebden 18getrewste schwester 19Eleonora 20Fauorita den 6ten julij 170121Sach dero Liebden schudigsten dank vohr das 22closter, so sie den patres carmelitten verlien haben, gott wirts 23vergelten. Ich bitt, dero Liebden wollen doch eifrich solicitirn 24vohr die Alexandrina, das sie derf in hiesigen 25closter bleiben, sonst werden vnentlige vill incon- 26venienzen heraus kommen vnd die sehl in 27höchste gefahr gesezt. Ich hab dem Wißer alles 28gesacht, es mus aber mit ein hochsten eifer 29geschen, dan, dero Liebden in vertrauen, die hiesige patres seindt darwider, 30aber der Papst kans inen befehlen. Die nunen 31verlangens vohr alles, hab erst heindt ein brif von 32der ober Muter Montoimer bekomen, welche sie nit genug 33loben kann vnd mich sehr solicitirt, die arme 34zu protegirn.