Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 10.01.1686

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Sage ewer Durchlaucht vnterdehnigsten dankh vohr dero gnädiges schreiben vom 328ten passato . Dem almechtigen sey ewich dankh, das sich 4ewer Durchlaucht in guttem wohlstandt befinden, der wolle sie 5verners darbey erhalten. Das die portugeßer sich 6mehrer zeigen, freiet mich vnd hoff, es werde balt 7sich etwas mehrers in diser materi zeigen. Zweifl 8ganz niks, das mein bruder Carl ihnen gahr woll 9gefallen werde. Die gage wekreis des Morell kan 10ich mihr woll einbilden, das ewer Durchlaucht nachdenken, vnd 11das billich, veruhrsachet hatt. Ich bleib aber dabey, 12das ich nit glaub, das der König bey denen troublen, 13die er im lant hatt wegen der religion, sich ander- 14werts impegniren werd. Gott wirt alles recht 15zue seiner ehr schiken. Die reis der Erzherzogin betreffend, 16so werden sies noch in gottes nahmen antretten, weil 17sie sich iezt woll auf befindt vnd alle so woll


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18medicii wie auch die Marta, es daruohr halten, das 19ihr weniger wurd schaden als allein hier zue bleiben. Das 20mein brueder mit ihr solt hie bleiben neben der 21gefahr der lender, so er woll erkent vnd sich 22dort vohr nöhtich glaubt, so wurden hier auch 23sich allerley inconuenienzen ereignen, wan der 24Herzoch von Lottring, der Cuhrfürst vnd Cuhrfürstin 25wurden her kommen zue der campagne, welche 26heyer hoffentlich früe wirt angehen. Ich, was die 27ander sach anbelangt, hab von ihr Mayestät vernommen, 28ist ein groß aber heikeles werkh, gott geb, was zu 29seiner ehr ist. Ich mus heünt vnterdehnigst vmb vergebung 30bitten, das wehnig schreib, weil ich nit vill derf 31heünt schreiben. Also befehl mich vnterdehnigst vnd sterbe 32ewer Durchlaucht 33vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 34EMT 35Wien den 10ten jener 1686