Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 07.03.1686

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, herz allerliebster herr vatter 2Aus ewer Durchlaucht gnädigem schreiben vom 22ten passato hab ich 3mit freüden vernommen, das sich ewer Durchlaucht in guttem 4wohlstandt befindten. Mit Brandenburg erwarten wir, was vor 5antwort kommen wirt. Erst ist ein anvoyeé hier 6ankommen, der wegen der völker weiters traktiren 7wirt, gott geb alles zue seiner er. Wegen des 8andren werden ewer Durchlaucht alles vom Stratman vernemmen. 9Wegen der Cuhrfürstin werd ich fleisich dreiben, das die 10gelder mögen depositirt werden, dan ihr Mayestät haben es schon befohlen. 11Die portugeßer seint noch nit ankommen. 12Man schreibt auch aus Engelandt, es sey der 13Ligni schon durch. Ich will gern sehn, wie es gehten wirt, 14gott schikh alles nach seinem willen vnd zum besten. 15Der Hohenloh hatt mich gebetten, ihn bey ewer Durchlaucht zue reco- 16mendiren. Ewer Durchlaucht kennen ihm wohl, der will ist gutt, 17aber das maul ist schwach. Weil er mich so gebetten,


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18hab es ihm nit abschlagen können. Es ist aber mit 19allen fremden ministris, die man nit gahr woll der verschwigenheit 20vndt redlichkeit versichert ist, gefährlich zue reden, dan darnach 21sagen sie vill sachen, dah man nit einmahl an 22gedacht, wie etlige gedan haben vnd sachen ausbracht, 23die ich sicher bin, das ewer Durchlaucht nie gesacht haben. Dahrumb 24ist beßer nit vill allein mit ihnen reden. Bitt ewer Durchlaucht 25vnterdehnigst mihr nit in vngnaden zue vermerken, das 26ich dises schreib, geschicht aus vnterdehnigster deuotion zue ewer 27Durchlaucht dienst. Due mich hiermit in ewer Durchlaucht gnade vnterdehnigst 28befehlen vnd werde sterben 29ewer Durchlaucht 30vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 31EMT 32Wien den 7t merz 1686