Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 17.03.1686
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15
1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herz allerlibster herrr vatter 2Bitt vnterdehnigst vmb vergebung, das bey vohriger post 3nit geschriben, hab vermeindt, der cuhrir werde 4ehender abgefertigt werden vnd noch vohr der post 5kommen. Sage ewer Durchlaucht vnterdehnigst dankh vohr dero gnädige 6schreiben vom 1ten, 5ten vnd 8ten dis . Gottlob, das ewer Durchlaucht sich 7woll auf befinden. Bitt nachmahln vnterdehnigst, sich meinet 8wegen mit schreiben nit zue incomodiren, ist mihr 9schon gnuech, wan ich weis, das ewer Durchlaucht woll auf seint 10vnd mich in dero gnade erhalten. Hoff, der cattar 11werd iezt ganz nachgelaßen haben. Bey dem schenen 12wetter, das ewer Durchlaucht ein schpas mit der beis haben, freit 13mich. Ist wohl schatt, das kein reiger dah sein, 14gott geb nuhr friden, so wirt das nachkommen 15gericht werden. Von den portugeßen hören noch 16nichts, hoff aber, sollen balt kommen, dan man von 17allen orten die sach vohr richtig schreibt. Wegen der 18französischen sachen werden ewer Durchlaucht heündt alles von ihr Mayestät
19vnd dem Hoffkanzler bekommen, also will ich ewer Durchlaucht 20nit weiter darmit auf halten. Wegen der 21Cuhrfürstin will auch dreiben. Der Hoffkanzler hatt 22gesacht, er woll es befördern, villeicht ist schon geschen. In 23der hamburgischen sach haben ihr Mayestät den Herrewarts 24zum Herzoch von Zell geschikt, woh hoffentlich die sach 25geschlicht werden wirt. Was ewer Durchlaucht mihr gnädigst 26wegen des Valkenmeisters befehlen, so scheindt noch 27nit, das der Gabriani es wolle quitiren, 28mit der expectanz oder billett wirt es woll 29schwer her gehen. Ich absonderlich hab offt protestirt 30vnd vast verett, mein lebtag ihr Mayestät vohr kein expec- 31tanz, es mög auch sein wie es woll, zue bitten, so 32wurd es ihr Mayestät frembt vohrkommen, wan ich 33iezt mit einer herfohr kommen wurde. Wan aber 34der dienst solte vazirent werden, wurde ich nit vnter- 35laßen ewer Durchlaucht befehl vnterdehnigst nachzuekommen. Doch 36wißen ewer Durchlaucht, das ich als dero gehorsamste dochter 37sterben werde, vnd wan sie mihr es gnädig befehlen werden, 38so werde blindt gehorsamen, nit allein in disen





