Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 07.12.1686

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

39 r2
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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, herzallerliebster herr vatter 2Ich hab nit verhofft, das ich so balt werde 3müeßen ewer Durchlaucht die bedrüebte zeitung 4des dötligen hintrits der Kaiserin berichten. In dem 5es auch so geh kommen, ist desto schmerzliger vnd 6hab ich es woll herzlich empfunden, dan sie mihr 7allezeit absonderlige lieb erzeigt vnd allen den meinigen. 8Auch hat sie, wie sie den lezten abschit genommen, vm ver- 9zeiung gebetten, wan sie mihr was gedahn hette, doch mit 10ihren willen, sachte sie, wer woll nit geschehn, vnd sie 11verschpreche mihr, das sie wolle eifrig bey gott 12vohr mich vnd meine kinder betten, welche sie 13so lieb hab als ihre eigne . Sie hatt so gutt selbig 14mahl gerett, das glaubt habe, aufs wehnigst werd sie 15noch den andren dag vnd noch lenger leben. Aber wehnig 16vatterunser drauf kert sie sich vmb, so merken 17ihre leütt, das sie schwecher wirt, ruefen den beichtvatter, 18welcher kaum die recomendation der sehlen gebett vnd 19ihr etwas wehnigs zuegeschprochen vnd absoluirt, so war


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20sie schon doht. Meinen alle, es hab sie der schlag troffen, 21gott woll ihr genedig sein. Bitt vnterdehnigst vmb vergebung, 22das nit mehr schreib, mus heüt so vill schreiben mit 23den curiren hin vnd her, das nit mehr zeit hab. Befehl 24mich vnterdehnigst vnd werde sterben 25ewer Durchlaucht 26vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 27EMT 28Wien den 7ten decembris 1686