Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 18.03.1687

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

66 r2
Faksimile

1Durchleüchtiger Cuhrfürst, herzallerliebster her vatter 2Weil ich glaub, das der Speroni ehnder 3kommen wirt als die könftige post, also 4hab ich mich der gelegenheit bedienen 5wollen, ewer Durchlaucht vohr dero gnädige schreiben vom lezten 6passato, 4ten vnd 8ten dis vnterdehnigst zue danken. Es 7erfrewet mich auch von herzen ewer Durchlaucht beder 8guetter wohlstandt vnd das ihr Durchlaucht fraw mutter 9mit dem cattar vnd zahnweh wider beßer 10seindt. Mein bruder Carl wahr schon wekh, 11wie ich ewer Durchlaucht gnädiges schreiben bekommen, 12also schik es wider zurukh, hoff auch, 13er werde schon glükhlich bey ewer Durchlaucht ange- 14langt sein. Wegen Meins vnd wegen der 15cerimonialen der portugeßer werden ewer Durchlaucht 16schon antwort von ihr Mayestät mein gnädigsten Kaiser


66 v2
Faksimile

17empfangen haben. Der Speroni wirt den ersten 18act völlich mit brengen vnd auch die in- 19formation wegen der windt. Sie eilen was sie 20können mit dem rest, hoff es auch balt 21zue schiken. Ich hab etlige arien daruon gehört, 22das ihr Mayestät geschlagen haben, dunken mich nit 23übel zue sein. Die personaggi hatt der 24Dragi nimmer endren können den Wurmb 25betreffent, dan es wahr schon auf ein sopran 26gemacht vnd kombt darnach nit so gut 27im andren ton heraus. Der Speroni wirt als 28informiren können, weil ich weis, das ich 29ein gnädigen fils bekeme, wan ich vill schreiben 30det. Also due ich mich ewer Durchlaucht vnterdehnigst befehlen 31vnd werde sterben 32ewer Durchlaucht 33vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 34EMT 35Wien den 18ten merz 1687