Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Laxenburg am 29.04.1688

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerlibster herr vatter 2Ich kom dismahl nuhr, vnterdehnigst vmb vergebung zue 3bitten, das heünt wehnig mit meinen vnterdehnigsten zeilen ewer Durchlaucht 4bediene, dan ich sonst mich eines fils beförchte, 5weil ich heünt mein cuhr angefangen vnd eingenomen, 6wie ich alle zeit gedan, befindt mich gahr woll auf darbey. 7Mihr seindt gestern von der Neüstatt hir ankommen, 8woh mihr der Windischgräz den schwarzen schleier geben lassen haben. Ich 9hab woll ein große consolation an ihr, das sie 10so content vnd alle nit genuech rüemen können, 11wie ein eifrige vnd guette nune sie ist, insonderheit, 12weil luterisch ist gewest, ist desto größer gnad von 13gott. Heündt haben ihr Mayestät nit aus konnen, dan 14es gestern vnd heünt fast stehts geregent, geschniben 15vnd gehagelt hatt, izt auf den abent scheünt 16es, als wolt sichs aufheitern. Ich mues auch vnterdehnigst


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17vmb vergebung bitten, das könftige post villeicht 18nit wert schreiben können, weil mihr selben dag auf 19Wien zue prozession das gebett anzuefangen gehen 20werden. Den Herzoch erwart däglich, darnach wirt 21der Caunizen gleich wider hinauf geschikt werden. 22Mit disen befehl mich vnterdehnigst vnd werd sterben 23ewer Durchlaucht 24vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 25EMT 26Laxenburg den 29ten aprill 1688