Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Korneuburg am 08.07.1688

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster her vater 2Ich bitt underdehnigst vmb vergebung, das ich nit 3ehender dero gnädige schreiben vom 19ten vnd 26ten 4beantwortet hab, bin auch heüdt widrum mitt 5einem vom 5ten dis begnadet worden, wahruor ich 6vnterdehnigst dankh erstatte. Die zeller reis ist daran schuldich 7geweßen, wie ewer Durchlaucht vom Fürsten von Dietrichstein 8werden gnädigst vernommen haben. Sie ist gottlob gahr 9guett abgangen, vnd das wetter auch dazue gahr schön 10gewesen. Ich hab mich auch vnterstanden, ewer Durchlaucht ein schlechten 11pfennig zue schiken, hab in aber zue Wien vergeßen, mit nechstem 12werd es vnderdehnigst überschiken auf der post, hab niks beßers gefunden. 13Bitt auch vnterdehnigst vmb vergebung, das ich mit dem 14gestrigen curir nit mein schuldichkeit hab abgelegt, 15er ist halt gahr eilents expedirt worden, vnd 16ihr Mayestät haben schon nachdem sie ihm bett warhen in eil 17vnterschriben, wie ewer Durchlaucht von Schellerer vernemmen könen.


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18Was ewer Durchlaucht in der cölnischen sach mit heüntigem curir 19gnädigst vohrschlagen, darauf werden ewer Durchlaucht morgen oder lengst übermorgen durch 20eben selbigen curir in allem antwort bekommen. 21Ihr Mayestät intention ist auf alle weis, das wan 22man mit dem Prinz Clement gahr nit reusiren 23kunte, alsdan auf meinen brüedern, welchen ewer Durchlaucht 24gnädig werden darzue verlangen, man gehn solte. 25Wan aber wider alles verhoffen man die impossi- 26bilitet finden wurde, auch mit selbigen es spontiren 27zue können, man lieber einen ieden andren darzue 28verhelfen solle, nuhr den Cardinal zue excludiren. 29Dem Deütschmeister detten mirs alle von herzen 30wüntschen, dan er dis vnd als meritirt. Freüdt mich 31von herzen, das ihm so guett in seinem bad geht, 32er meint woll, er sey so gesundt, das wan die 33wall zue Collen vohrüber, er villeicht noch ein deil 34der campagna beywohnen könte, bey welcher er noch vill 35glori erwerben könten. Mit dem Herzoch ist zwahr 36heünt zimlich gutt, das feibre wehnig. Sider das 37sie das apostem eröfent, ist alleweil beßer worden, 38gott geb, das ein bestand haben möge. Der 39Hoffkanzler ist auf München, weil der Cuhrfürst


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40gezeigt, das er der campagna noch möcht beywohnen, 41die sachen mit ihm einzuerichten, aber dorten ist halt 42alles vnbestendich, müeßen halt erwarten, was gott 43schiken wirt. Wegen des Starenberg freüdt mich, das 44als aiustirt ist, vnd kan er versichert sein, das was 45ihr Mayestät ihme verschprochen, ihm wirt gehalten 46werden. Das ewer Durchlaucht so gutten schpaß mit 47der milan beys gehabt haben, freüdt mich zue 48vernemmen. Heüdt seindt mihr dahraus, werden 49morgen hie ein iagen haben, sie vermeinen gutte 50hirsch drinnen zue haben. Mit dißem due 51ich mich in ewer Durchlaucht gnade vnterdehnigst befehlen vnd 52werde sterben 53ewer Durchlaucht 54vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 55EMT 56Corneüburg den 8ten julij 1688