Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 09.07.1688
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15
1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Jezt den augenblik, das mihr vom iagen zue rukh 3kommen (welches gahr guett abgangen ist vnd mihr 48 guette hirsch bekommen, wie woll einer von den 5beßeren schon angeschoßner vohr vnser naßen 6über die düecher hinaus geschprungen. Seint 7ihm iager nach, das wan er geferlich wurd sie ihn 8schießen sollen, ist aber noch kein nachricht) bringt 9der Grav von Öting die expedition in der cölnischen 10sach, also hab ich in höchster eil auch mein 11schuldichkeit mit disen zeilen ablegen wollen. Hoff, 12es werd als recht eingericht sein, ist auch eben 13der Hoffkanzler von München wider zurukh kommen 14vnd bringt, das der Cuhrfürst mit der Cuhrfürstin 15morgen acht dag hier wirt sein, doch wirt sich
16alles beßer mit ihm aiustiren laßen. Was der 17Hoffkanzler sonsten vnd absonderlich im haubt 18werkh bringt, weis ich noch nit, dan nit so lang 19mit ihm reden können, werd alles mit nechster 20post ausfürlich berichten, damit ich den curir 21nit aufhalt, weils schon schpaht ist. So due 22mich hirmit in ewer Durchlaucht gnade vnterdehnigst befehlen, 23als die ich sterben werde 24ewer Durchlaucht 25vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 26EMT 27Wien den 9ten julij 1688


