Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 03.10.1688

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Ich bitt ewer Durchlaucht vnterdehnigst vmb vergebung, das ich 3bey vohriger post mein schuldichkeit nit hab abgelegt, 4der Fürst wirt mich entschuldigst haben, weil mihr 5die Königin selbigen dag begleidt haben. Heündt mus 6ich abermahl vmb selbige bitten, weilen heündt 7den ganzen dag in der kirchen zuegebracht vnd 8izt gleich erst heim kommen sein, ist die roßen- 9kranz procession gewesen, vnd izt schon über 8 vhr. 10Ist mihr ein großer trost zue wißen, das 11ewer Durchlaucht sich immerzue in kräften merer erholen, 12gott gebe weiters sein gnad. Wegen bruder Carl, so 13werd ich die Sapien ersuechen laßen, ihr Mayestät 14haben auch schon ihrem residenten Simonski befohlen, 15darauf zue inuigiliren. Ihr Mayestät vermeinen,


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16das man am brandenburgischen hoff vill hierin 17penetriren könn, so haben sie dem Hoffkanzler 18befolen, dem Freitag daruon befehl zue geben, auch dem 19dem secretari Her, welcher in allen disen sachen 20haubtsechlich informirt ist, deswegen zue zue schreiben, 21darmit er ein ausfürlige relation so woll wegen 22der polnischen güetter als mobilien, so noch im 23brandenburgischen seindt, erstatte. Der lubomirskische 24secretari hatt mihr ein liste geben deren gutten freündt, 25so in Polen seint. Es hats aber der Hoffkanzler 26verlegt, also werd ichs mit nechster post schiken. 27Meine bede herren brüder seindt gottlob woll hir 28ankommen, es ist mihr ein rechte freüdt, 29mein bruder Pfilipp Wilhelm auch einmahl 30zue sehen. Mues nochmahlen vnterdehnigst vmb vergebung 31bitten, das nit mehr schreib, die zeit leidt es 32nit. Befehl mich vnterdehnigst vnd werde sterben 33ewer Durchlaucht 34vnterdehnigst dochter 35EMT 36Wien den 3ten octobris 1688