Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 26.12.1688

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerlibster her vatter 2Ich verhoffe, das ewer Durchlaucht sich nuhnmehro widrumb 3in bestem wohlstandt befinden werden, welches mich 4überalles erfreien wirt zue vernemmen, vnd des- 5wegen hart auf die post alzeit warte. Weil ich aber 6die brif allzeit zimlich schpaht bekomm, so due 7vohran mein vnterdehnigste schuldichkeit ablegen. Gott geb sein 8gnad, das balt beßere zeitungen mögen hören, doch 9izt, sider die saxen in Franken sind, duen die franzosen 10sich etwas einhalten, wie woll die saxen dort nit 11vill beßer hausen, wie mihr der Deütschmeister schreibt. 12Vnsere regimenter seint schon auf den granizen, aber 13die franken wollens jezt nit haben, weil sie schon mit


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14den saxen tractirt haben, doch haben ihr Mayestät Prinz Louis von 15Baden hinauf geschikt, die sach einzuerichten. Beyren schpandt 16seine pretensiones gahr hoch, man wirt duen, was möglich 17ist, gott wolle alles zum besten schiken. Jezt nach 18der vesper empfange ich ewer Durchlaucht gnädiges schreiben vom 1921ten . Der Staremberg hats herein bracht, weils aber schon 20schpaht, hab nit mit ihm reden können, werds 21morgen duen. Mues auch deswegen vnterdehnigst vmb vergebung 22bitten, das auf dero gnädiges schreiben nit gleich izt beant- 23wort, ist einmahl vnmöglich wegen der zeit, mit 24nechstem werd es nit vnterlaßen. Mues wider mein 25willen enden vnd werde sterben 26ewer Durchlaucht 27vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 28EMT 29Wien den 26ten decembris 1688