Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 26.01.1689

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerlibster herr vatter 2Sage ewer Durchlaucht vnterdehnigsten dankh vohr dero gnädiges schreiben vom 318ten dis 4ewer Durchlaucht annoch von dem cattarr nit liberirt sind, 5hoffe zue gott, werde balt vergehen. Das wetter 6ist woll so schlim, das schier alle leüdt cattaren 7haben, der gütigste gott verleye ewer Durchlaucht beden besten- 8dige gesuntheit. Vnd bitte ich nachmahlen 9vnterdehnigst, ewer Durchlaucht wollen selbige cultiuiren, ihr 10Durchlaucht, meiner geliebsten fraw muetter, vnd der medici 11einrahten volgen vnd sich mit schreiben nit bemühen, 12dan ist jah gahr zue fill daran gelegen, vns allen 13dero vnterdehnigsten kindern vnd dem ganzen Reich, das ewer 14Durchlaucht dero gesuntheit conseruiren. Ewer Durchlaucht herunter


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15konft betrefendt, so bin ich versichert, das, wan ein 16gefahr solte seyn, ihr Mayestät lieb wurd sein alle, die 17ewer Durchlaucht mitbringen wurden. Dißes aber, hoffe ich zu 18gott, werde nimmer sein, dan die franzosen 19überall gottlob mit zimliger confusion weichen 20vnd, wie mihr der Deütschmeister schreibt, vill die bauern 21fangen vnd dohtschlagen. Ich hoff auch balt ein gutte 22zeitung von Heidelberg zue hören, dan man sagt, der 23Cuhrfürst von Saxen marchir drauf loß, man meindt, 24sie dorften drinnen noch wohl einen gutten deil von ihrer 25branschazung finden. Im vbrigen, weil ewer Durchlaucht also 26gnädigst schaffen, will ich mich erkundigen, was bey ewer 27Durchlaucht anhero konft, wan selbige gegen dem früeling, wan 28das wetter etwas beßer sein wurd, ihr Mayestät möchte 29angenehm sein, vnd so dan ewer Durchlaucht vnterdehnigst überschreiben. 30Wegen bruder Carl hab ich mit dem Kinsky 31noch nit reden können, gestern ein accademia ist 32gewest, vnd die vohrigen dag haben mihr ein wehnig 33anstalt mit den zimmern zue meiner niderkunft


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34gemacht, dan droben vmb ein zimer mehr machen müßen, 35vnd hab derweil die Maria Anel herunter genommen, bis man 36droben baut, dan aus ihren zimmer macht man zwey. 37Morgen aber werde ich vnfehlbar mit ihm reden 38vnd so dan ewer Durchlaucht vnterdehnigst berichten, auch von dem 39Starenberg weiters ewer Durchlaucht gnädigsten befehl vernemmen. 40Disen betreffent, so wirt iezt sein comission balt 41zue endt gehn, nach dißem wirt man von dißen 42sachen mit mehrer nachdrukh schprechen können vnd die 43recomendationes mehr außgeben. Wegen Costniz 44hatt man in euentu schon alle expeditionen vort 45geschikt, wie ewer Durchlaucht schon gnädigst werden vernommen 46haben. Wegen des Deütschmeister, so glauben ewer Durchlaucht gnädigst, 47das ihr Mayestät gewißlich große estime vnd lieb 48vohr ihne haben vnd ihm gern in allem befordren 49wollen. Allein ewer Durchlaucht in höchstem vertrawen versicher 50vnterdehnigst, das in der haubtsach mit Beyren noch niks 51geschloßen vnd er neben andren schwehren conditiones 52noch fest darauf besteht, das der König in Schpanien 53jezt gleich annoch bey sein lebzeiten ihme die Niderland soll


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54abtretten solle. Also kunte mein brueder das gouerno 55nit haben. Man mueß erwarten, was die schpanier 56werden duen, ich glaub zwar nit, das sies duen werden. 57Darnach kan man dißes negotiren, aber dis vnterdehnigst vnd 58in höchstem perse. Due mich in ewer Durchlaucht gnade vnterdehnigst 59befehlen, als die ich sterben werde 60ewer Durchlaucht 61vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 62EMT 63Wien den 26ten jener 168964Jezt gleich kombt der Scassignet aus Polen, weis noch 65nit, was er bracht hatt, dan die brif alle im ziffer, 66müeßen erst deciffrirt werden.